Kaufberatung (7)

Einkaufen

Nachdem man sich endlich durch den Auswahlprozess gekämpft und für eine Kamera entschieden hat, stellt sich zum Schluß doch noch eine Frage, und zwar: Wo soll man einkaufen?
Es ist durchaus reizvoll kostengünstig im Internet-Verandhandel oder bei Auktionen einzukaufen und einige hundert Euro zu sparen. Aber was passiert, wenn etwas nicht funktioniert oder unvollständig ist? Dann beginnt das zeitaufwendige Hin- und Herversenden, und man wartet vielleicht vergeblich auf eine Gutschrift. Gar nicht auszudenken, wenn die teure Ausrüstung beim Versand beschädigt wird, und man in die Beweispflicht gerät.
Im Fachgeschäft an der Ecke kann man die Ausrüstung in die Hand nehmen und gleich praktisch prüfen. Außerdem ist es in manchen Preiskategorien auch im Einzelhandel immer möglich noch über den Preis zu verhandeln. Und sei es nur, daß man zusätzlich einen Ersatzakku oder eine größere Speicherkarte erhält. Meistens ist der Service im Ladengeschäft besser als bei unbekannten Online-Shops. Ich habe den größten Teil meiner Kamera-Ausrüstung im Fachgeschäft am Wohnort gekauft. Auch wenn es verlockend war beim Online-Einkauf teilweise bis zu 30% weniger zu bezahlen, habe ich die teure Variante gewählt. Wieviel Risiko man eingehen möchte, hängt auch davon ab, wieviel finanziellen Verlust man sich leisten kann. Wenn man bei einer Online-Auktion mal 100 Euro für ein gebrauchtes Objekitv in den Sand setzt, weil das Teil Schrott ist, dann ist das ärgerlich, aber vermutlich noch zu verkraften. Anders sieht es bestimmt aus, wenn man eine fabrikneue Optik für 2000 Euro bestellt, und die eventuell gar nicht ankommt, weil der Versender über alle Berge weg ist.

Kaufberatung (6)

Es gibt noch einige weitere spezielle Ausstattungsmerkmale, die für bestimmte Fotografiermethoden oder Bedürfnisse sinnvoll sein können. Wer sich bis jetzt immer noch nicht für eine Kamera entscheiden konnte, hat hiermit noch ein paar Auswahlkriterien mehr für die Entscheidungsfindung. 😉

Weitere Ausstattungsmerkmale

  • Weißabgleichs- und Fokusreihenautomatik
    So wie bei der Belichtungsreihenautomatik werden hier Aufnahmereihen erzeugt, bei denen zwischen den Einzelbildern die entsprechende Einstellung (Weißabgleich oder Fokus) verändert wird. Besonders bei Makro-Aufnahmen, bei denen es oft schwierig ist, den Fokus exakt zu setzen, ist eine solche Möglichkeit sehr sinnvoll.
  • Fernbedienung
    Die Möglichkeit der Fernbedienung der Kamera ist sinnvoll, wenn man viel vom Stativ arbeitet. Einige Kameras werden gleich mit einer Fernbedienung ausgeliefert, bei anderen muß man sie dazukaufen. Eine kabellose Fernbedienung, meist per Infrarot, hat den Vorteil der höheren Reichweite, aber nicht alle Kameras bieten diese an. Einige Fernbedienungen können die Kamera programmiert bedienen, um z.B. zeitgesteuerte Aufnahmen zu machen oder die Reihenautomatiken zu bedienen.
  • Bedienung über einen angeschlossenen Computer
    Die Möglichkeit, die Kamera von einem angeschlossenen Computer aus zu bedienen, kann im Studio oder auch bei Außenaufnahmen sehr hilfreich sein.
  • Sprachnotizen
    Wenn man Aufnahmen dokumentieren möchte, kann eine Sprachnotiz sehr nützlich sein, allerdings muß man diese Fähigkeit natürlich mit Speicherplatz bezahlen.
  • Grau- oder Neutraldichtefilter
    Ein Grau- oder Neutraldichtefilter verringert die Menge einfallenden Lichtes, ohne die Farben zu verändern. Dies ermöglicht ein breiteres Aufnahmespektrum. Bei einigen Kompaktkameras ist er bereits eingebaut, ansonsten ist er zusätzlich zu erwerben, auf alle Fälle für Objektive der Spiegelreflex-Kameras.
  • Pixelmapping
    Es ist möglich, daß mit der Zeit einige Pixel des Sensors defekt werden. Pixelmapping rechnet diese defekten Punkte im Bild automatisch heraus und ersetzt sie mit interpolierten Punkten.
  • Rauschminderung
    Weil das Rauschen mit längerer Aufnahmezeit steigt, besitzen einige Kameras eine Rauschunterdrückung, die zum Teil automatisch dann eingreift, wenn länger als eine Sekunde belichtet wird.
  • Benutzereinstellungen
    Wenn man feststellt, daß man in verschiedenen Aufnahmesituationen immer wieder dieselben Einstellungen verwendet, ist es hilfreich, wenn man diese jeweiligen Einstellungen als Set auswählbar in der Kamera speichern kann.
  • Automatisches Drehen
    Einige Kameras erkennen, ob Bilder im Quer- oder Hochformat aufgenommen wurden und setzen in der Bilddatei ein entsprechendes Bit. Viele Bildbearbeitungsprogramme können dies auswerten und drehen die Bilder beim Öffnen automatisch, wenn nötig.
  • Drahtlose Bildübertragung
    Bei vielen Kompaktkameras und einigen wenigen hochwertigen Spiegelreflexkameras gibt es heute die Möglichkeit der drahtlosen Bildübertragung von der Kamera zu einem anderen Medium (z.B. Computer).

Wahrscheinlich werden einige dieser Ausstattungsmerkmale bei der Entscheidungsfindung keine hohe Priorität besitzen, abhängig davon, was und wie man fotografieren möchte. Steht man unmittelbar vor dem Kauf einer Kamera, wird man sicher nicht alle diese Merkmale abwägen. Hat man mehr Zeit und Ruhe, ist es sinnvoll, alle Merkmale in Augenschein zu nehmen und zu gewichten.

Bildrauschen

Wenn man Bilder verschiedener Kameras vergleicht, wird man wahrscheinlich als erstes Problem das Rauschen erkennen. Bildrauschen läßt sich grob mit der Körnigkeit bei analogem Filmmaterial vergleichen und ist nicht notwendigerweise etwas Schlechtes, denn es kann Textur und Stimmung im Bild erzeugen.
Dennoch wirkt das Rauschen digitaler Kameras oft aufdringlicher als das Korn bei Film und wirkt oft mehr wie ein farbiger Fleckenteppich als eine unter dem Bild liegende Struktur. Deshalb ist es sinnvoller, eine Kamera zu wählen, die möglichst wenig Rauschen erzeugt.
Rauschen zeigt sich fast immer in dunklen Bildteilen, so daß es diese Bildteile sind, die man zuerst beurteilen sollte.
Es gibt zwei Arten von Bildrauschen: Helligkeits- und Farbrauschen. Helligkeitsrauschen ist hierbei das Angenehmere, denn es erzeugt mehr den Eindruck analogen Filmkorns. Während Helligkeitsrauschen lediglich eine Varianz in der Helligkeit der Pixel bedeutet, so ist Farbrauschen eine Varianz in den Farben der Pixel. Manchmal eine sehr extreme Varianz. Entdeckt man also viele hellfarbige gestreute blaue, rote oder gar violette Pixel in dunklen Bereichen, so liegt es nahe, daß die Kamera ein sehr hohes Farbrauschen produziert.

Weil das Rauschen mit Erhöhung der ISO-Empfindlichkeit steigt, sollte man die Kamera auch bei eben diesen hohen Empfindlichkeiten testen. Weil die ISO-Einstellung an digitalen Kameras von Bild zu Bild verändert werden kann, ist dies für alle ISO-Einstellungen schnell gemacht.

Farbprobleme

Die Farbdarstellung und -reproduktion ist sicherlich das subjektivste Merkmal bei allen Qualitätsbeurteilungen. Was der eine als angenehme und satte Farben empfindet, mag für jemand anderen als übersättigt, knallig und „bonbonfarbig“ gelten.
Wie beim Rauschen ist es allerdings ratsam, einige wirkliche Probleme erkennen zu können. Die Farbprobleme, die es zu beurteilen gilt, sind

  • Farbstiche
    Einige Kameras produzieren sichtbare Farbstiche im Bild. Das sind Abweichungen von der neutralen Darstellung hin zu einer Überbetonung bestimmter Farben, vergleichbar mit Aufnahmen durch einen farbigen Filter. Diese Farbstiche können durchaus nur in bestimmten Bildteilen sichtbar sein, z.B. daß Schatten einen Blaustich aufweisen.
    Neben ausgeprägten Farbstichen gibt es – insbesondere bei (D)SLR-Objektiven – auch unterschiedliche Farbabstimmungen. Es gibt Objektive, die das Motiv wärmer (mehr rötlich), kälter (mit einer Tendenz ins Blaue) oder Neutral abbilden. Farbstiche lassen sich in gewissen Grenzen per Bildbearbeitung meist relativ leicht korrigieren.
  • Schlechter Weißabgleich
    Eine Kamera kalibriert sich aufgrund der vorherrschenden Lichtverhältnisse. Das kann dazu führen, daß eine vorgefundene Lichtstimmung in eine völlig andere Richtung korrigiert wird. Aus einem warmen, rötlichen Licht eines Sommerabends wird ein kaltes bläulicheres Licht wie am hellen Tag. Ein falscher Weißabgleich ist wie ein Farbstich zu sehen, mit der Ausnahme, daß er das gesamte Farbspektrum beeinflusst und nicht nur bestimmte Bildteile. Die Korrektur eines falschen Weißabgleichs kann bei JPG-Aufnahmen schwierig bis unmöglich sein. Bei RAW-Aufnahmen kann der Weißabgleich auch im Nachhinein mit der Konverter-Software angepaßt werden.
  • Farbstörungen an Kontrastkanten
    Viele Kameras oder Objektive sind anfällig für ein Problem, das farbige Ränder an Kontrastkanten erzeugt. Auch ein Überlaufen der Pixel des Sensors auf Nachbarpixel kann solche Farbränder hervorrufen. Das Problem tritt vornehmlich in Situationen auf, bei denen hohe Kontraste in hellem Licht vorliegen. Oft sieht man sie bei Aufnahmen von Blattwerk gegen den hellen Himmel bei recht hohen Brennweiten. Solche Farbfehler sind oft nur am Monitor in hoher Vergrößerung sichtbar und spielen in der Praxis selten eine Rolle. Sie sind auch mit einer Bildbearbeitung relativ leicht zu beheben.
    Diese Farbstörungen sind immer ein Problem der benutzten Optik, können also bei Spiegelreflex-Kameras durch die Wahl eines anderen Objektivs eliminiert werden, was bei Kompaktkameras so nicht geht.

Detailwiedergabe und Schärfe

Der Schärfeeindruck und die Detailwiedergabe eines Bildes ist das Resultat verschiedener Kamerafaktoren: Auflösung, Qualität der Optik und kamerainterne Schärfungsroutinen.
Der einfachste Weg, die Detaildarstellung zu beurteilen ist es, gleiche Bilder direkt nebeneinander zu betrachten. Um das zu ermöglichen, nimmt man Bilder der gleichen Szene mit den verschiedenen Kandidaten auf und vergleicht diese dann am Computermonitor.
Einige Kameras überschärfen die Bilder in der Werkseinstellung der Kamera. Wenn das beim favorisierten Modell der Fall ist, so sollte man prüfen, ob man die Schärfung per Einstellung zurücknehmen kann. Andere Kameras, vornehmlich digitale Spiegelreflexkameras, wenden eine sehr geringe Schärfung auf die Bilder an. Wenn man zum ersten Mal Bilder aus diesen Kameras sieht, werden sie einem vielleicht sehr weich vorkommen. Dies ist aber so beabsichtigt. Schärfung, einmal intern angewendet, lässt sich nicht rückgängig machen, so daß die Hersteller digitaler Spiegelreflexkameras die Schärfung der Bilder lieber dem Fotografen überlassen.

JPG oder RAW

Die meisten Kameras nehmen die Bilder im JPG-Format auf. JPG ist ein hervorragender Kompromiss aus Qualität und Kompression. Dennoch, JPG ist ein verlustbehaftetes Kompressionsverfahren, welches je nach Kompressionsstärke zu sichtbaren Verschlechterungen im Bild führen kann. Weiter noch: viele Kameras nehmen Bilder mit 10 oder gar 12 Bit auf, JPG kann aber nur 8 Bit speichern, was bedeutet, daß eine Menge an Farbinformationen beim Speichern in JPG verworfen werden muß. Deshalb bieten einige Kameras die Speicherung in einem unkomprimierten Rohformat an.
Für maximale Flexibilität und Bildqualität ist eine Kamera, die in einem RAW-Format aufnehmen kann, sinnvoll.

Jetzt gibt es nur noch eins zu sagen. Einkaufen gehen! 🙂

Die meisten Digitalkameras, die es heute zu kaufen gibt, erzeugen eine hervorragende Bildqualität. Natürlich gibt es kleine Unterschiede, und einige Ergebnisse mögen den eigenen Geschmack eher treffen als andere. Dennoch kann man von fast allen Kameras gute und akzeptable Ergebnisse erwarten.
Wenn man die Bildqualität mit ins Kalkül zieht, so sollte man den Preis bedenken, den man dafür zahlt. Das ins Auge gefasste Modell mag vielleicht nicht ganz die Qualität liefern wie die 5000€ teure Spiegelreflexkamera des Nachbarn. Aber wenn man sich als Obergrenze 500€ gesetzt hat, sollte man den leichten Verlust an Bildqualität in Kauf nehmen. Aus diesem Grund sollte man auch Kameras in der gleichen Klasse vergleichen und nicht mit einem Modell, welches man sich sowieso nicht leisten will oder kann.

Quelle: Beitrag im DSLR-Forum von User Scorpio

Linkempfehlung: traumflieger.de – ausführliche Tests von Canon-Kameras in Wort und Bild

Kaufberatung (5)

Vermutlich ist die Auswahl der potenziellen Kauf-Kandidaten schon stark eingeschränkt, so daß die wenigen Auswahlkriterien, die man noch betrachten könnte, kaum noch ins Gewicht fallen dürften. Trotzdem werfen wir doch noch einen Blick auf ein paar weitere Merkmale. Vielleicht ist gerade hier der entscheidende Punkt dabei, der noch zur endgültigen Kauf-Entscheidung fehlt.

Blitzgerät

Die Auswahl eines internen Blitzgerätes für eine Kompaktkamera ist sehr viel schwieriger als für eine Spiegelreflexkamera, weil Kompaktkameras mit Blitzgeräten mehr Probleme bereiten. Kleine Kameras bieten nur Blitze mit kleiner Reichweite. Ein Blitz mit einer Reichweite von unter 3 Metern ist meist wenig hilfreich.
Kompaktkamerablitze erzeugen sehr schnell rote Augen bei Personenaufnahmen, weil sie sehr nah an der optischen Achse der Kamera verbaut sind. Um das Risiko zu minimieren, sollte man nach einer Kamera mit einer „Rote-Augen-Reduktion“ schauen. Einige Kameras bieten sogar eine Kamera-interne Funktion, rote Augen aus dem Bild zu entfernen. Diese Funktionen kann man beim Händler schnell und einfach prüfen.

Die meisten Spiegelreflexkameras der unteren und mittleren Klasse besitzen ein aufklappbares internes Blitzgerät. Auch sie sind relativ klein und bieten deshalb recht wenig Reichweite, typischerweise um die 3 bis 4 Meter. Weil sie weiter weg von der optischen Achse eingebaut sind, ist das Problem der roten Augen etwas geringer.

Bei jeder Kamera mit eingebautem Blitzgerät sollte man auf die Möglichkeit der Blitzbelichtungskorrektur achten. Diese Möglichkeit ist oft der Unterschied zwischen einer guten und einer schlechten Blitzaufnahme. Mit der Blitzbelichtungskorrektur kann man die Blitzstärke nach oben oder unten beeinflussen. Sehr hilfreich ist dies z.B. in dunklen Situationen, bei denen die automatische Blitzmessung ein Motiv überbelichten würde.

Wer häufig mit Blitz fotografiert, wird sicher nach der maximalen Flexibilität und Kontrolle des Blitzes schauen und eine Kamera wählen, die den Anschluss eines externen Blitzgerätes zulässt. Dabei sollte auch das gesamte externe Blitzsystem berücksichtigt werden: läßt es TTL-Messung zu? Sind die Zweitblitze auch kabellos steuerbar?

Kameradesign und Sucher

Eines der grundlegenden und wichtigen Designmerkmale, die es zu betrachten gilt, ist der Sucher. Viele digitale Kompaktkameras bieten einen optischen Sucher und ermöglichen zusätzlich, das Display als Sucher zu nutzen.
Unglücklicherweise legen die meisten Hersteller nicht viel Wert auf die Qualität der optischen Sucher. Mit „optischer Sucher“ ist hier das kleine „Guckloch“ an den meisten Kompaktkameras gemeint. Die optischen TTL-Sucher digitaler Spiegelreflexkameras sind von den hier angeführten Problemen nicht betroffen.
Der typische optische Sucher einer digitalen Kompaktkamera deckt nur ca. 85% des Bildes ab, welches auf den Sensor kommt. Der aufgezeichnete Bildausschnitt ist also erheblich größer. Er verwirft also ca. 15% der Auflösung in der Anzeige. Zudem sind die optischen Sucher an Kompaktkameras wenig klar, zeigen keine Kameraeinstellungen im Sichtfeld an und sind nicht in der Lage, die Effekte von Filtern und Objektivvorsätzen einzubeziehen

Ein LCD-Sucher dagegen zeigt in der Regel 99-100% des Bildes, wie es auf den Sensor kommt. Er zeigt auch die Filter- und Vorsatzeffekte sowie alle relevanten Kameraeinstellungen an. Sie sind allerdings anfällig gegen helles Sonnenlicht, welches die Lesbarkeit des Displays stark beeinträchtigen kann, auch wenn sie selbst sehr hell eingestellt werden können. Einige Displays wurden speziell behandelt, um Spiegelungen und Reflexionen zu verringern. Aber selbst diese Displays können bei Außenaufnahmen in der Lesbarkeit beeinträchtigt werden. LCD-Sucher können auch Probleme bei sehr dunklen Situationen bereiten: sie bleiben einfach schwarz. LCD-Sucher können einen Kontrastumfang von ca. 10 Blendenstufen anzeigen, wo hingegen das menschliche Auge ca. 18-20 Blendenstufen erfassen kann.

Weil beide Sucherarten ihre Nachteile haben, sind meist beide Arten in den Kompaktkameras anzutreffen, damit sie gegenseitig die Schwächen kompensieren. Besonders kleine Kompaktkameras bieten oft keinen Platz für optische Sucher, so daß hier nur das Display als Sucher dienen kann. Wenn man sich so eine kleine Taschenkamera zulegen möchte, sollte man vorher prüfen, ob man nur mit dem Display als Sucher arbeiten kann.

Bei einer digitale Spiegelreflexkamera gibt es nur in seltenen Fällen einen LCD-Sucher. Mit der Ausnahme einiger Modelle von Olympus und neuerdings auch Canon kann bei DSLR-Kameras das Display nicht als Sucher genutzt werden. Weil das Licht, welches durch die Optik in die Kamera gelangt, von einem Spiegelsystem in den optischen Sucher geleitet wird und nicht auf den Sensor, kann das Display nicht als Sucher dienen. Einige Olympus-Modelle nutzen einen separaten Sensor oder einen Strahlenteiler um eine Sucheroption auch über das LCD zu bieten.

Dennoch ist es ratsam, sich einige Zeit mit den Suchersystemen zu beschäftigen, wenn Sie verschiedene Spiegelreflexkameras vergleichen. Einige Kameras haben größere Sucher als andere, einige bieten eine größere Helligkeit. Ein großer heller Sucher ist ein Gewinn an Fotografiekomfort. Ebenso ist es wichtig, im Sucher die Statusanzeigen der Kamera sehen zu können. Idealerweise wird dort die komplette Belichtungseinstellung, die ISO-Empfindlichkeit und eine eventuelle Belichtungskorrektur angezeigt.

Auslöseverzögerung

Die Auslöseverzögerung ist eine Pause zwischen dem Druck auf den Auslöser und der Aufnahme des Bildes auf den Sensor. Ist diese Pause zu lang, kann das manche gute Aufnahme verhindern und daher sehr frustrierend sein. Die Auslöseverzögerung war früher ein großes Problem. Bei modernen Kameras tritt es nicht mehr so deutlich auf, ist aber auch heute noch vorhanden.

Nach dem Auslösen hat eine Kamera jede Menge zu tun, um das Bild zu berechnen und zu speichern. Die meisten Kameras besitzen einen internen Speicher, in den die Bilder zunächst zwischengespeichert werden, bevor sie auf die Speicherkarte geschrieben werden. Während dieser Zwischenspeicherung kann weiter fotografiert werden. Ist der interne Speicher voll, muß erst auf die Karte geschrieben werden, um den internen Speicher zu leeren. In dieser Zeit können keine weiteren Aufnahmen gemacht werden. Die Größe des internen Speichers und die Schreibgeschwindigkeit sind ein Indiz dafür, wie schnell eine Kamera wieder einsatzbereit ist, nachdem der interne Speicher gefüllt wurde.

Diese Bereitschaftszeit kann einfach ermittelt werden. Man macht in schneller Folge so viele Bilder wie möglich, bis die Kamera weitere Bilder verweigert und den internen Speicher leeren muss. Dann beobachtet man, wie lange es dauert, bis die Kamera wieder schussbereit ist. Wenn die Kamera einen Serienbildmodus bietet, kann man diesen nutzen, um den Test durchzuführen.

Solche einfachen Tests geben einen Eindruck davon, ob die Kamera den Erfordernissen entspricht, vorallem wenn man beabsichtigt Sport-, Tier- oder andere Aufnahmen zu machen, die schnelle Bildfolgen erfordern.
Wenn man beabsichtigt im RAW-Format aufzunehmen, sollte man auch beim Test den RAW-Modus der Kamera verwenden. Aufgrund der unterschiedlichen Dateigrößen können Kameras, die schnelle Bildfolgen im JPG-Modus ermöglichen, bei Aufnahmen im RAW-Modus spürbar langsamer sein.

Einschaltverzögerung

Es ist ebenso wichtig zu wissen, wie lange die Kamera braucht, um nach dem Einschalten schussbereit zu sein. Wenn Sie zu lange braucht, wird man möglicherweise einige interessante Aufnahmen verpassen. Die meisten Kameras haben einen Bereitschaftsmodus. Wenn man sie innerhalb einer bestimmten Zeitspanne nicht benutzt, schalten sie in den Stromsparmodus. Wenn man dann den Auslöser halb drückt, erwacht die Kamera wieder aus diesem Modus. Diese Aufwachzeit ist ebenso wichtig. Je schneller, je besser.

Histogramm

Ein Histogramm ist eine grafische Darstellung der Tonwertverteilung im Bild. Es ist eine unbezahlbare Hilfe bei der Beurteilung, ob ein Bild über- oder unterbelichtet ist und ob der volle mögliche Dynamikumfang der Kamera ausgenutzt wurde.
Bei vielen der heute erhältlichen Kameras läßt sich ein solches Histogramm für jedes aufgenommene Bild anzeigen. Weil die LCD-Monitore der Kameras Farben und Kontraste nicht exakt wiedergeben können, ist ein Histogramm oftmals die einzige Möglichkeit festzustellen, ob ein Bild richtig belichtet wurde. Wenn man eine Kamera mit irgendeiner Art der manuellen Belichtungskontrolle ins Auge gefasst hat, so ist die Möglichkeit der Histogrammanzeige ein Muß.

Einige Kompaktkameras bieten ein Histogramm in Echtzeitanzeige auf dem LCD-Monitor, so daß man die Auswirkungen von Änderungen an den Kameraeinstellungen sofort beurteilen kann. Die Anzeige nimmt allerdings relativ viel Platz auf dem Monitor ein und ist oftmals schwer ablesbar.

Belichtungsreihen

Belichtungsreihen aufnehmen bedeutet, daß ein Bild mehrfach mit unterschiedlichen Belichtungseinstellungen aufgenommen wird.
Eine Belichtungsreihenautomatik nimmt ein und dasselbe Bild automatisch mehrfach auf, mit definierten Korrekturen zwischen den Einzelbildern. Die meisten Kameras erzeugen so drei Bilder, eines mit der gemessenen Belichtung, eines korrigiert um einen bestimmten einstellbaren Wert nach unten und eines mit diesem Korrekturwert nach oben. Im Serienbildmodus der Kamera kann man einfach den Auslöser gedrückt halten, die Kamera macht dann diese drei Bilder direkt hintereinander, ohne daß man erneut auslösen müsste.
Die meisten Kameras machen eine 3-Bild-Reihe. Wenn man plant, häufig Hochdynamische (HDRI) Bilder zu schießen, sollte man nach einer Kamera mit der Möglichkeit zu 5er- oder 7er-Reihen Ausschau halten.

Quelle: Beitrag im DSLR-Forum von User Scorpio

Linkempfehlung: traumflieger.de – ausführliche Tests von Canon-Kameras in Wort und Bild

Kaufberatung (4)

Die wichtigsten Auswahlkriterien haben wir zwar bereits betrachtet, aber die nächsten Aspekte sollten trotzdem vor dem Kauf ebenfalls in die Entscheidungsfindung einbezogen werden. Wenn man schon einmal dabei ist, Informationen zu sammeln, und technische Merkmale und Ausstattungen zu vergleichen, dann am besten gleich komplett. Warum später nochmal anfangen, und das ganze Spiel wiederholen?

35mm-Äquivalenz

Die Sensoren der meisten Digitalkameras sind sehr viel kleiner als die Fläche eines Kleinbildfilms. Wenn sich die Bildaufnahmefläche einer Kamera verändert, verändert sich der Bildwinkel, der aufgenommen wird, bei jeder gegebenen Brennweite. So wird aus dem Bildfeld eines 50mm-Objektives, welches an einer Kleinbildkamera ungefähr das Sichtfeld eines menschlichen Auges abbildet, an einer typischen digitalen Kompaktkamera ein mittleres Teleobjektiv mit einem sehr viel engeren Bildwinkel.

Die meisten digitalen Kompaktkameras haben Optiken mit recht kleinen Brennweiten, üblicherweise um die 8 bis 20mm. Da die Sensorgrößen aber an verschiedenen Kameramodellen unterschiedlich sind, sagt diese Brennweitenangabe nicht viel aus über den Bildwinkel, den die Kamera mit diesen Brennweiten abbildet. Die Hersteller haben sich dazu eine Angabe einfallen lassen: die Kleinbild- oder 35mm-Äquivalenz. Diese Angabe sagt aus, welche Brennweite an einer Kleinbildkamera denselben Bildwinkel erzeugen würde wie die Optik dieser Digitalkamera mit diesem Sensor.

Leider haben die Kamerahersteller auch eine andere Angabe eingeführt, die aus dem Markt für Video-Kameras entliehen wurde und Optiken nach einem Multiplikationsfaktor einteilt, z.B. ein 3-fach- oder 4-fach-Objektiv.
Dies ist allerdings eine ziemlich nutzlose Angabe, da sie nichts über den Brennweitenbereich aussagt. Beginnt der Bereich weitwinklig und wird dann verdreifacht oder beginnt er im Telebereich und wird dann drei mal so groß?
Einige Hersteller schreiben die 35mm-Äquivalenz an ihre Objektive. Die meisten allerdings erwähnen sie nur in den Kamerahandbüchern, so daß man den entsprechenden Brennweitenbereich selbst zu ermitteln hat.

Beim Kauf einer digitalen Spiegelreflexkamera sollte man auf den sogenannten „Crop-Faktor“ schauen. Dies ist der Faktor, mit dem man die Brennweite einer Optik multipliziert, um die Brennweite zu erhalten, die an einer Kleinbildkamera denselben Bildwinkel erzeugt, wie diese Optik an dieser Digitalkamera. Beispiel: Eine Kamera hat einen Crop-Faktor (Multiplikator) von 1.6, dann erzeugt ein 50mm Objektiv an dieser Kamera einen Bildwinkel wie ein 80mm-Obkjektiv an einer Kleinbildkamera (50×1.6).

Crop-Faktor

Die Veränderung des Bildausschnittes durch den Crop-Faktor hat für den Fotografen Vor- oder Nachteile. Natur- und Tierfotografen freuen sich über einen großen Crop-Faktor, da sich hier quasi eine „Brennweitenverlängerung“ ergibt. Für den Bildausschnitt, wie er bei einer bestimmten Brennweite an einer analogen Kleinbildkamera erzeugt wird, benötigt man bei einem Crop-Faktor von z.B. 1.6 eine entsprechend geringere Brennweite. Das spart Geld und Gewicht. Muß man beim Kleinbild z.B. ein 500mm-Objektiv benutzen, genügt bei einem Crop-Faktor von 1,6 für dasselbe Motiv und denselben Bildausschnitt eine Optik mit etwa 300 mm Brennweite. Diese Unterschiede zeigen sich natürlich auch im Preis, der bei einem 500mm Objektiv im Vergleich zu einem 300mm Objektiv durchaus schon mal das Vierfache ausmachen kann.

Wer dagegen dramatische Perspektiven mag und bei analogen Spiegelreflexkameras mit Brennweiten unter 20 mm arbeiten möchte (oder gar mit Fischauge-Objektiven), wird mit einem hohen Crop-Faktor wahrscheinlich nicht glücklich werden. Die Herstellung guter Weitwinkelobjektive ist fast noch aufwändiger und teurer als die Produktion von langbrennweitigen Teleobjektiven. Eine Festbrennweite von z.B. 14 mm ist an einer analogen Spiegelreflexkamera ein sehr starkes Weitwinkelobjektiv. An einer digitalen Kamera mit Crop-Faktor 1.6 entspricht der Bildwinkel dem einer Brennweite von 22 mm am Kleinbildformat. Weitwinkel wird also teuer. Auch hier sind Preisunterschiede bis zum Vierfachen nicht ungewöhnlich.

Die meisten Hersteller von DSLRs mit verschiedenen Sensorgrößen versuchen diese „Weitwinkelschwäche“ ihrer Kameras mit kleineren Sensoren durch spezielle Objektive auszugleichen. Ganz so weitwinklig wird es dabei aber nie – zumindest nicht mit einer Abbildungsleistung die den Festbrennweiten entspricht.
Noch schlimmer ist die Situation bei den digitalen Kompaktkameras. Hier wird der Weitwinkelbereich meist sehr stiefmütterlich behandelt. Bei einer Äquivalenzbrennweite von 28 mm oder 24 mm ist meistens Schluß – viele Kompaktkameras beginnen auch erst bei 35 mm. Die gelegentlich zusätzlich angebotenen Weitwinkelvorsätze reduzieren im Allgemeinen die Abbildungsleistung drastisch, so daß sie keine wirkliche Alternative darstellen.
Die verschiedenen Kamerahersteller sind auf dem Feld der Weitwinkeloptiken für Kameras mit kleinem Sensor unterschiedlich engagiert, so daß man sich bei entsprechendem Interesse näher damit befassen sollte und die vielfältigen und vor allem aktuellen Informationsmöglichkeiten nutzen sollte.

Es ist also vorteilhaft sich vorab zum Crop-Faktor einige Gedanken zu machen, da er, wenn falsch gewählt, schnell Investitionen bei den Objektiven verursachen kann, die den Kaufpreis der Kamera weit übersteigen.
Viele Hersteller haben inzwischen spezielle „digitale Objektive“ entwickelt, die dazu gedacht sind, an digitalen Kameras mit einer bestimmten Sensorgröße zu arbeiten. Prinzipiell erzeugen diese Objektive einen kleineren Bildkreis, der gerade ausreicht, den Sensor abzudecken. Weil sie weniger abbilden müssen als Objektive für das größere 35mm-Format, können sie leichter, kleiner und preiswerter gebaut werden. Aber auch hier muß man den „Brennweiten-Multiplikator“ berücksichtigen, um die Bildwinkel vergleichen zu können.

Man sollte bei der Auswahl der Objektive die maximal mögliche Blendenöffnung (größere Blenden haben kleinere Blendenzahlen) berücksichtigen. Ein Objektiv mit großer Blendenöffnung läßt eine geringere Schärfentiefe zu, dadurch wird zum einen der kreative Einsatz der geringen Schärfentiefe ermöglicht, und zum anderen kann man dadurch Belichtungszeiten verkürzen, um z.B. Bewegung einzufrieren (bei Sportaufnahmen in Hallen unverzichtbar).

Bildstabilisator

Einige Objektive, Wechseloptiken für digitale Spiegelreflexkameras ebenso wie fest eingebaute in Kompaktkameras, bieten einen Bildstabilisator. Die meisten Stabilisierungstechniken arbeiten mit einer beweglichen Linsengruppe. Durch Bewegen der Linsengruppe werden die in die Optik einfallenden Lichtstrahlen so abgelenkt und auf den Sensor geleitet, daß eine Bewegung des Kameragehäuses kompensiert wird.
Eine gute Bildstabilisierung wertet jede Optik auf und kann das Schärfeergebnis fast jeder Aufnahmesituation verbessern. Dennoch ist eine Stabilisierung nur in zwei Situationen wirklich sinnvoll:

  • Das Fotografieren mit sehr großen Brennweiten wird erheblich erleichtert.
  • Das Fotografieren aus der Hand in Situationen mit wenig Licht wird ermöglicht. In einer Umgebung mit wenig Licht wird. z.B. der Belichtungsmesser der Kamera eine Belichtungszeit von z.B. 1/30 vorgeben. Dies ist ohne Unschärfe zu erzeugen aus der Hand relativ schwierig. Eine gute Bildstabilisierung kann das auffangen. Einige Stabilisierungstechniken versprechen einen Gewinn von bis zu drei Blendenstufen, die der Verschluss langsamer sein kann als ohne Stabilisierung.

Doch obwohl Bildstabilisierung ein echter Gewinn für Freihandaufnahmen ist, so ist sie für Stativaufnahmen nicht geeignet.
Natürlich schützt eine Bildstabilisierung nicht grundsätzlich vor verwackelten, unscharfen Aufnahmen. Aber sie hilft in Situationen mit wenig Licht und kann die Bildqualität so merklich verbessern.

Autofokus und digitaler Zoom

Alle Digitalkameras besitzen heutzutage ein Autofokussystem.
Man sollte zunächst die Geschwindigkeit betrachten, mit der die Kamera einen Fokuspunkt findet und ihn festhält. Man will sicher keinen flüchtigen Moment verpassen, nur weil die Kamera so langsam fokussiert und ewig braucht, bis sie sich für einen Fokuspunkt entschieden hat.

Die meisten Kameras messen den Fokus über Kontraste in der Bildszene. Höhere Kontraste bedeuten bessere Schärfe und somit einen exakteren Fokus. Während solche Kontrastsysteme gewisse Vorteile bieten – sie sind z.B. in der Entfernung nicht limitiert, funktionieren auch durch Glasflächen hindurch -, so sind sie doch gerade in ungünstigen Lichtsituationen anfällig, bei denen wenig Kontrast herrscht. Von Vorteil ist hier eine Kamera, die eine Fokussierhilfe bietet. Das ist eine zusätzliche Lichtquelle an der Kamera, die die Szene beleuchtet, um größere Kontraste zu erzeugen, um so dem Autofokussystem zu helfen.

Viele Kameras bieten die Auswahl mehrerer Fokusmesspunkte an. Das bedeutet, Sie können die Fokusmessung an verschiedenen Bildteilen vornehmen, nicht allein in der Bildmitte. So kann das Autofokussystem zwischen Vorder- und Hintergrund gewichten und der Fokus exakt gelegt werden. Dieses Merkmal sollte vor dem Kauf mit verschiedenen kniffligen Bildkompositionen getestet werden. Auch bei dieser Funktion sollte wie bei der Belichtungseinstellung die Bedienbarkeit schnell und einfach erfolgen können, wenn man die Wahl des Fokusmesspunktes auch manuell vornehmen möchte.

Die Beurteilung des digitalen Zooms ist einfach: man braucht sich nicht darum kümmern. 😉 Digitalzooms interpolieren den Bildinhalt per Software auf eine größere Bildgröße. Die Bildbearbeitungssoftware des Computers kann das sehr viel besser.

Quelle: Beitrag im DSLR-Forum von User Scorpio

Linkempfehlung: traumflieger.de – ausführliche Tests von Canon-Kameras in Wort und Bild

Kaufberatung (3)

Bei der Kaufentscheidung hat man viele Merkmale der unterschiedlichen Kameramodelle abzuwägen, um die geeignete Kamera auszuwählen. Man möchte schließlich ein Modell finden, das die Bedienbarkeit bietet, mit der man umgehen kann, das die Ausgabequalität hat, die man benötigt, und das in der Preiskategorie liegt, die man sich leisten kann. Betrachten wir nun die nächsten Punkte, die bei der Entscheidungsfindung zu beachten sind.

ISO / Lichtempfindlichkeit

Früher mußte man bei einer Filmkamera entscheiden, welches Filmmaterial man verwendet. Die Filme waren unterschiedlich lichtempfindlich. Empfindlichere Filme benötigten kürzere Zeiten, bei gleichen Lichverhältnissen und gleicher Blenden-Einstellung. Sie ermöglichen es, in Situationen mit weniger Licht zu fotografieren und ermöglichen andere Belichtungen als im hellen Sonnenlicht. Der Nachteil ist die steigende Körnigkeit mit steigender Lichtempfindlichkeit.
Die Lichtempfindlichkeit wird in ISO angegeben, dabei bedeuten höhere Zahlen eine höhere Empfindlichkeit, und damit auch mehr Körnigkeit. Ein Nachteil beim Filmmaterial war, daß man den Film einlegte und dann darauf so lange festgelegt gewesen ist, bis man den Film wechselte, meist also den kompletten Film verschossen hatte.

Auch die Bildsensoren von Digitalkameras sind lichtempfindlich und dies wird ebenfalls in ISO angegeben. Die meisten Digitalkameras haben eine Grundeinstellung von ISO 100, die man allerdings von Bild zu Bild verändern kann. Das ermöglicht die Lichtempfindlichkeit für ein Bild bei weniger Licht heraufzusetzen, und hingegen das nächste Bild im Sonnenschein einfach mit einer niedrigeren Empfindlichkeit zu machen. Da die Empfindlichkeit anders als beim Film von Bild zu Bild geändert werden kann, ist sie praktisch ein dritter veränderlicher Belichtungsparameter. Auch bei dieser Einstellmöglichkeit ist eine schnelle und einfache Bedienung vorteilhaft. Allerdings sollte man die Veränderung der Bildqualität bei veränderten ISO-Einstellungen beachten.

Weißabgleich

Eine der erstaunlichsten Leistungen des menschlichen Auges ist, Farben unabhängig vom umgebenden Lichttyp richtig sehen zu können. Das kann weder ein analoger Film noch eine digitale Kamera. Beim Fotografieren mit einer digitalen Kamera muß diese auf die aktuelle Lichtsituation, sprich: Farbtemperatur, eingestellt werden, das nennt man Weißabgleich.
Falls man allerdings Bilddaten im RAW-Format aufnimmt, ist der Weißabgleich in der Kamera nicht von großer Bedeutung, da er auch nach der Aufnahme per RAW-Konverter-Software im Computer verändert werden kann.
Heutzutage verfügen fast alle Kameras über einen ausgezeichneten automatischen Weißabgleich. Dennoch gibt es Situationen, in denen diese Automatik durch Bildteile fehlgeleitet wird. Viele Kameras verfügen über eine Auswahl an Weißabgleichsvoreinstellungen für bestimmte Lichtsituationen wie z.B. Sonnenschein, Bewölkung, Blitzlicht, Neonlicht usw. Viele Modelle bieten auch an, den Weißabgleich manuell vorzunehmen.
Da die Einstellung des Weißabgleichs für eine bestimmte Lichtsituation vorgenommen wird und diese sich meist nicht schnell und drastisch ändert, z.B. bei Studioaufnahmen, ist eine ebenso schnelle Bedienbarkeit wie bei der Belichtungskorrektur oder anderen Belichtungsparametern nicht so wichtig. Trotzdem sollte die Einstellmöglichkeit des Weißabgleichs nicht zu tief im Kameramenü versteckt sein.

Belichtungsmessung

Ob man nun die Belichtungsmessung vollautomatisch der Kamera überläßt oder durch Erfahrung bei der Einstellung manuell eingreift, ein guter Belichtungsmesser ist mehr als wichtig, um zu einer korrekten Aufnahme zu gelangen. Glücklicherweise haben alle namhaften Hersteller in ihren Kameras ausgezeichnete und hochwertige Messsysteme eingebaut, so daß man hier auf die Technik vertrauen kann.

Betrachten sollte man allerdings die verschiedenen Messmethoden, die eine Kamera bereitstellt. Die meisten Kameras bieten mehrere Methoden an, und wenn man auch mit der geläufigen Matrixmessung (auch Mehrfeldmessung genannt) in den meisten Situationen gute Ergebnisse erzielt, so wünscht man sich oft auch andere Messmethoden, um in unterschiedlichen Lichtsituationen gute Ergebnisse erzielen zu können.
Eine Matrixmessung unterteilt das Sucherfeld in ein Raster, misst jede sich ergebende Zelle aus und berechnet dann eine durchschnittliche Belichtung, die die gesamte Szene erfasst. Die Matrixmessung ist für fast alle Situationen geeignet und die eingebauten Berechnungsmethoden der meisten großen Hersteller erzielen ein ausgezeichnetes Ergebnis.
Dennoch wird die Matrixmessung in manchen Situationen den Bildvordergrund wohl unterbelichten, z.B. wenn ein helles Fenster oder eine Landschaft im Hintergrund ist. Für diese Fälle ist eine mittenbetonte Messung vorteilhafter. Sie arbeitet fast genau wie die Matrixmessung, gewichtet bei der Berechnung aber die Bildzellen um das Zentrum stärker.

Eine Spotmessung ist von großer Bedeutung für Fotografen, die die Belichtungsmessung auf einen kleinen, ganz genau definierten Bereich des Bildes legen wollen. In Situationen mit sehr hohen Kontrasten kann eine Spotmessung verhindern, dass Bildteile überbelichtet werden, indem die Spotmessung auf eben diesen Bereich gelegt wird.
Mancher Hersteller unterscheidet bei dieser Meßmethode noch zwischen Selektivmessung und Spotmessung. Bei der Selektivmessung wird ein ca. 10% großer Bereich in der Mitte des Suchers gemessen. Der Meßbereich bei der tatsächlichen Spotmessung ist dann meistens unwesentlich größer als ein Fokuspunkt im Sucher. Diese Unterscheidung hat einen Vorteil bei Kameras, bei denen man den Fokuspunkt auswählen kann, denn man verändert so auch den Spotmesspunkt gleichzeitig mit.

Bei den meisten Kameras erfolgt die Messung durch das Objektiv (through the lens, TTL). Das bedeutet, der Belichtungsmesser „schaut“ durch die Optik auf die Szene und bewertet sie. Ein TTL-Belichtungsmesser hat dadurch den Vorteil, auch bei Objektivvorsätzen wie z.B. Filtern korrekt messen zu können, weil er eben auch durch diese Vorsätze hindurch misst. Wenn auch sehr selten, so gibt es doch einige wenige Kameramodelle, bei denen der Belichtungsmesser außerhalb sitzt und er deswegen nicht durch die Optik misst. In sehr seltenen Situationen kann die Messung eines solchen externen Belichtungsmessers irritiert werden und er somit ein falsches Messergebnis liefern.

Objektive

Bei der Auswahl einer Kamera ist es einfach, wenn es um die Beurteilung der voraussichtlichen Bildqualität geht. Man betrachtet nur die Auflösung und Bildprozessparameter. Wenn allerdings die Kamera eine lausige Optik besitzt, zählen Auflösungsvorteil und die besten Prozessparameter nicht mehr viel.

Um ein Objektiv zu beurteilen, sollte man sich das Bildergebnis, wie es aus der Kamera kommt, ansehen. Das Display der Kamera ist dazu viel zu klein, um die Qualität einer Optik oder anderer Bildqualitätsmerkmale zu beurteilen. Das geht sehr viel genauer an einem Computermonitor. Falls der Händler keinen Computer bereitstellt, an dem man sich Testbilder der Kameras ansehen kann, so nimmt man eine Speicherkarte mit ins Geschäft, die zum potentiellen Modell kompatibel ist. Auf dieser Speicherkarte nimmt man ein paar Testbilder auf, die man sich dann zu Hause anschauen und analysieren kann.

Bei einer Kompaktkamera mit eingebautem Objektiv stellt sich die Objektivauswahl relativ einfach dar. Bei einer digitalen Spiegelreflexkamera mit der Möglichkeit, die Objektive zu wechseln, ist das völlig anders. Man hat z.B. zu entscheiden, welche Brennweite die Optik bereitstellen soll, um für bevorzugte Motive geeignet zu sein. Ein Teleobjektiv für Sport- und Naturfotografie, ein Weitwinkel-Objektiv für Landschaftsaufnahmen und eines dazwischen für die allgemeinen Aufnahmen.

Aber ob man nun eine Optik an einer Kompaktkamera beurteilt oder an einer Spiegelreflexkamera, die Auswahlkriterien sind dieselben:

  • Wie gut sind Schärfe und Fokus in allen Bereichen? Kann die Optik feine Details auflösen? Sind die Bildecken ebenso scharf wie die Bildmitte? Das sollte man auch über den gesamten Zoom-Bereich bei Optiken mit variablen Brennweiten betrachten. Manche Optiken können die Bildschärfe in den Ecken im Weitwinkelbereich nicht halten. Man sollte auch Bilder mit unterschiedlichen Blenden aufnehmen, vorallem mit größter Blendenöffnung (kleinere Blendenzahl) bis hin zu kleiner werdenden Blenden (größere Blendenzahl).
  • Gibt es Schatten an den Bildrändern (Vignettierung)?
  • Wird das Bild bei Einstellung der Optik in die Zoom-Endbereiche (höchste und niedrigste Brennweite) verzerrt? Die tonnenförmige Ausstülpung vertikaler Linien nach innen oder außen ist meist nur bei Weitwinkelobjektiven ein Problem. Aber selbst wenn ein Objektiv leichte Verzerrungen abliefert, mag das in alltäglichen Situationen hinnehmbar sein.
  • Hat das Objektiv Probleme mit Lichthöfen und Spiegelungen (Lens-Flares)? Das sind farbige Reflexionen, die meist nur im Weitwinkelbereich auftreten, wenn gegen eine Lichtquelle fotografiert wird. Solche Reflexionen sind im Nachhinein fast nicht mehr aus dem Bild entfernbar.

Auch einige praktische Merkmale bedürfen der Betrachtung:

  • Kann man am Objektiv Vorsätze anbringen? Einige Kompaktkameras bieten die Option, Weitwinkel- oder Televorsätze anzubringen. Wenn das der Fall ist, ist eine Bajonetthalterung zu bevorzugen, sie ist einfacher zu handhaben als eine Gewindehalterung. Hierbei ist zu beachten, daß einige Kompaktkameras dann nur noch das Display als Sucher anbieten, da die optischen Sucher dieser Kameras von solchen Vorsätzen irritiert werden.
  • Hat die Kamera eine elektrische oder manuelle Zoom-Kontrolle? Eine manuelle ist einer elektrischen aufgrund der schnelleren Verstellmöglichkeit immer vorzuziehen. Bei kleineren Kompaktkameras gibt es aber oft einfach nicht den Platz für eine solche manuelle Zoom-Kontrolle.

Bisher sind die Entscheidungen bezüglich des Preises, des Kameratyps, der Auflösung und der Belichtungsmöglichkeiten getroffen. Die wichtigste Phase ist abgeschlossen, jetzt kann man sich mit weiteren sekundären Auswahlkriterien auseinanderzusetzen.

Quelle: Beitrag im DSLR-Forum von User Scorpio

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