Fotomodelle (1)

Fotomodell-Suche

Wenden wir uns dem etwas schwierigeren Thema der Menschen-Fotografie zu. Woher bekommt man seine ersten Fotomodelle für Portrait-Aufnahmen?
Nicole bei ihrem ersten Workshop als Model im Studio in MönchengladbachNun, zuerst einmal kann man sich bei den Verwandten und im Freundeskreis umschauen. Dort findet man meistens die ersten „Opfer“. 😉 Und wenn man seine Kamera beherrscht, sollten selbst dem Anfänger auf Anhieb bessere Fotos gelingen im Vergleich zu den üblichen Handy-Knipsbildchen. Mit diesen Ergebnissen fällt es dann leichter weitere Modelle zu überzeugen, sich einmal vor die Kamera zu wagen. Außerdem ist bei diesen Test-Shootings der Erwartungsdruck seitens der Modelle noch nicht so hoch. Im Regelfall sind die Fotografierten zufrieden, wenn sie überhaupt einmal ein paar vernünftige Fotos bekommen. Je sicherer man mit der Kamera umgehen kann, desto mehr kann man sich auf das Motiv konzentrieren. Im Laufe der ersten Shootings wird sich vielleicht schon eine gewisse Aufnahmetechnik herauskristalisieren. Der eine mag vielleicht mehr das Kopf-Portrait, und versucht eher den Charakter das Abgebildeten einzufangen, der andere liebt mehr die Action und bringt den Portraitierten in einen Zusammenhang z.B. mit dessen Hobby oder Arbeit. Sollte man Mitglied in einem Verein sein, bieten sich dort bestimmt weitere Möglichkeiten, interessierte Fotomodelle zu finden. Der Vorteil hierbei ist, daß man sich mit dem Hobby auskennt. Man kann sich vorher Motive, Szenen und Posen überlegen, die man vielleicht immer schon mal im Bild festhalten wollte. Außerdem sind auch hier die Beteiligten oft interessiert endlich einmal gute Bilder von sich bei den entsprechenden Aktivitäten zu bekommen. 🙂

Portraitfotografie (2)

Ergänzend zu den technischen Betrachtungen, die sich in erster Linie mit dem Objektiv befassten, gibt es noch ein paar beachtenswerte Punkte zur Bildgestaltung.

Kameraposition

Beim Kopf-Schulter-Portrait positioniert man die Kamera auf Augenhöhe. In Abhängigkeit von der Größe der Person (z.B. bei Kindern) hat man also unter Umständen in die Knie zu gehen, um auf Augenhöhe zu gelangen. Man kann natürlich auch sein Model etwas höher positionieren, z.B. auf einer Kiste oder kleinen Trittleiter.
Bei Aufnahme, die bis zur Taille reichen, positioniert man die Kamera ungefähr auf Brusthöhe. Das Objektiv sollte man gerade ausrichten, damit man keine Neigung und damit verzerrten Blickwinkel erhält.
Beim Ganzkörper-Portrait stellt man die Kamera auf Taillenhöhe auf. Auch hier wird das Objektiv gerade ausgerichtet, und nicht etwa in Richtung des Gesichts geneigt.

Bildausschnitt

Bei Portraitaufnahmen positioniert man die Augen ungefähr auf 1/3 unterhalb der Bildoberkante.
Ein etwas gewagterer Bildschnitt liegt darin, so weit ins Gesicht hineinzuzoomen, daß es den gesamten Bildrahmen füllt. Teile des Kopfes werden an den Bildrändern angeschnitten. Die Wirkung so eines Bildschnittes sollte man ruhig einmal probieren. In diesem Fall kann man auch mit einer großen Blende (= kleine Blendenzahl) experimentieren, da hier keine große Schärfentiefe benötigt wird.
Im Gegensatz zu den Detailaufnahmen des Gesichts, sollte man sonst beim Bildschnitt keine Gelenke abtennen. Das Bild sollte also nicht am Handgelenk, Ellbogen oder Knie aufhören. Ebenso sollte man nicht Finger- oder Zehenspitzen abschneiden.

Licht / Beleuchtung

Bei Außenaufnahmen an einem Sonnentag hat man sehr hartes, direktes Licht, daß zum Einen sehr grell ist, zum Anderen sehr harte Schatten erzeugt. Man sollte also tagsüber eher im Schatten fotografieren, weil dort das Licht diffuser ist, und daher weichere Schatten erzeugt. Schatten heißt jetzt aber nicht, daß man einen dunklen Tunnel aufsucht ;-), ein großer Baum oder ein Sonnenschirm reicht aus, um eine schön ausgeleuchtete Aufnahmen zu machen. Die schönsten und stimmungsvollsten Aufnahmen macht man in der Zeit von Sonnenaufgang bis in den frühen Vormittag, sowie vom späten Nachmittag bis zum Sonnenuntergang.
Bei Innenaufnahmen sollte man nach Möglichkeit ebenfalls natürliches Licht verwenden. Man positioniert sein Model am besten in der Nähe eines Fensters. Auch hier gilt die Regel, daß direkte Sonneneinstrahlung gestreut werden sollte (z.B. durch Gardinen oder Jalousien, ein verschmutztes Fenster kann auch nützlich sein 😉 ), damit das Licht weicher wirkt.
Egal ob innen oder außen, ein hilfreiches Zubehör ist der Reflektor. Mit ihm kann man das natürliche Licht (selbstverständlich auch künstliches Licht eines Blitzgerätes) zusätzlich aufs Fotomodel lenken, und die Schatten bzw.

Portraitfotografie (1)

Eines der beliebtesten Motive ist nun mal der Mensch. Es fängt bereits mit der Geburt an, wenn vom neuen Erdenbürger die ersten Bilder gemacht werden. Von den ersten Schritten über die Einschulung bis hin zur Kommunion oder Konfirmation, ganz zu schweigen von jeder Art Familienfeier, es wird fotografiert was das Zeug hält. 😉 Deshalb wenden wir uns auch zuerst einmal der Portrait-Fotografie zu.
Befassen wir uns auch hier erstmal mit den technischen Grundlagen und den Voraussetzungen für gute Aufnahmen.

Portrait-Objektiv

Die Portrait-Fotografie gehört zu den Bereichen, in denen im Allgemeinen mit bestimmten Brennweiten fotografiert wird. Beliebt sind dabei kurze bis mittlere Teleobjektive mit Brennweiten zwischen 85 und 105 mm, denn sie führen nicht zu den Verzerrungen, die man von Weitwinkelobjektiven kennt, und sie komprimieren nicht die Aufnahmentiefe so stark wie lange Teleobjektive. Festbrennweiten sind im Regelfall qualitativ besser als Zoom-Objektive, aber wer flexibel sein möchte und Motive aus den unterschiedlichsten Bereichen fotografiert, der sollte dann ein Zoom-Objektiv mit Brennweitenbereich von z.B. 28-105 mm wählen. Damit hat man dann sogar die Wahl zwischen 85 mm und 105 mm, und kann sich situationsbedingt entscheiden. Selbstverständlich wird es Situationen geben, in denen man spezielle Effekte erzielen möchte, und dann auch zu anderen Brennweiten greifen wird.

Portrait-Blende

Genauso wie es bestimmte Brennweiten gibt für die Portrait-Fotografie, so gibt es auch gute Einstiegswerte für die Blende. Soweit die Lichtverhältnisse es zulassen, sollte man mindestens Blende f/8 oder sogar f/11 verwenden. Diese Blenden bieten eine Schärfentiefe, die über das gesamte Gesicht verlaufen dürfte, also von der Nasenspitze bis zu den Ohren. Das bedeutet, daß man die Zeitautomatik wählt und z.B. Blende f/11 einstellt. Damit dürfte die Kameraeinstellung fast erledigt sein, und man kann sich auf das Licht, die Pose und den Bildauschnitt konzentrieren. 🙂

Hintergrund

Damit nichts vom Haupt-Motiv, dem Portraitierten, ablenkt, ist ein störungsfreier, einfacher Hintergrund notwendig. Im Studio hat man damit selten Schwierigkeiten, dann dort verwendet man meistens einfarbige Hintergründe aus Pappe oder Stoff. In jeder anderen Räumlichkeit und vor allem Draußen sieht es anders aus. Dort sollte man sein Fotomodell möglichst so platzieren, daß der Hintergrund halbwegs einfach erscheint, also nicht zu sehr strukturreich und bunt ist. Außerdem sollte man sein Model soweit wie möglich vom Hintergrund weg platzieren. Wenn man dann zusätzlich noch eine Brennweite von 105 mm verwendet, die für weniger Schärfentiefe sorgt, dann sollte man einen unscharfen, nicht mehr so ablenkenden Hintergrund erhalten. Eventuell hat man hier auch mal eine Blende kleiner als f/8 zu wählen, um durch geringe Schärfentiefe den Hintergrund unscharf zu bekommen.

Fokus-Punkt

Wenn man nicht gerade sehr kreative, künstlerische Aufnahmen macht, dann ist die Frage nach dem besten Fokus-Punkt schnell beantwortet: man fokussiert immer auf die Augen. Ein Portrait-Bild mit unscharfen Augen „funktioniert“ überhaupt nicht. Wer es nicht glaubt, einfach mal ausprobieren. 😉