Aufnahmemodus: manuell oder Halbautomatik

Jede Kamera bietet verschiedene Aufnahmemodi mit unterschiedlichen Stufen der manuellen Eingreifmöglichkeiten an.
Der Programm-Modus ist eine Automatik, bei der die Kamera die vollständige Belichtungskontrolle übernimmt. Abhängig von der Qualität der gewählten Kamera ist ein solcher Modus für die meisten Schnappschüsse in alltäglichen Situationen geeignet. Für die Aufnahme von Action-Szenen in der Sportfotografie ist diese Vollautomatik allerdings unbrauchbar.
Der angehende Sportfotograf benötigt zumindest die sogenannten Halbautomatiken, die eine gewisse manuelle Kontrolle erlauben.
Bei der Zeitautomatik (auch Blendenpriorität genannt) kann man eine bestimmte Blende wählen, die Kamera passt dann die notwendige Belichtungszeit für ein richtig belichtetes Bild automatisch an.
Bei der Blendenautomatik (auch Zeitpriorität genannt) gibt man eine Belichtungszeit vor, die Kamera wählt dann die zur korrekten Belichtung notwendige Blendenöffnung aus.
In den meisten Fällen wird man mit den Halbautomatiken ausreichend manuelle Kontrolle über die Belichtung haben und gute Resultate erzielen. Um aber die maximale Kontrolle zu erhalten, sollte das Kameramodell auch einen Modus ermöglichen, in dem man dann Blende und Zeit selbst vorgeben kann.
Heutzutage verfügt jede Spiegelreflexkamera, auch in den unteren Preiskategorien, über diese drei wichtigen Modi (manuell, Zeit- und Blendenautomatik).

Aufnahmetechnik bei der AL-Fotografie

Bei der Available Light-Fotografie ist das verfügbare, natürliche Licht anders als sonst künstliches Licht nicht flexibel veränderbar. Man kann also keine Blitzanlage oder Dauerlicht flexibel zum Model anordnen, sondern hat das Model passend zum Licht zu positionieren.
Die verhältnismäßig langen Belichtungszeiten führen mitunter zu Problemen, die eine Gratwanderung erfordert. Das Verwackeln aus der Hand läßt sich zwar durch Auflage der Kamera auf eine stabile Fläche vermeiden, ungewollte Bewegungsunschärfe des Models bleibt jedoch als negatives Ergebnis bestehen, und erfordert einen besonderen Blick für die Situation, wenn man sie nicht gerade in die Bildstimmung einfließen lassen möchte. Weitere Schwierigkeiten, die auftreten können, sind ein hoher Kontrastumfang und durch unterschiedliche Lichtquellen mit verschiedenen Farbtemperaturen auftretendes Mischlicht.
Die Qualität der Ergebnisse, die man in der Available Light-Fotografie erzielen kann, hängt außer vom kreativen Talent auch von der vorhandenen Technik ab. Bei wenig verfügbarem Licht sind folgende Faktoren besonders wichtig: lichtstarke Objektive mit mindestens Blendenöffnung f/2.8 oder größer, die Möglichkeit hohe ISO-Werte ohne störende Einflüsse wie Helligkeits- und Farbrauschen einstellen zu können, sowie die Einstellungsmöglichkeit von mindestens Zeit- oder Blendenautomatik, besser aber komplett manuelle Zeit- und Blendenauswahl. Objektive mit Bildstabilisator oder der Einsatz eines Stativs vergrößern die Möglichkeiten für gute Ergebnisse bei der Available Light-Fotografie.

Sportfotografie (2)

Belichtungsautomatik

Bei der Sportfotografie möchte man meistens eine bestimmte Aktion in der Bewegung einfrieren, deshalb benötigt man schnelle Verschlußzeiten. Da man selten gleichbleibende Lichverhältnisse vorfindet, kommt man manchmal nicht daran vorbei während der Veranstaltung die Belichtungseinstellung zu ändern.
Hier gibt es nun drei grundsätzliche Möglichkeiten:

  • Man wählt die Zeitautomatik AV, wenn man durch eine selbst eingestellte Blende einen bestimmten Effekt erzielen möchte, z.B. einen freigestellten Sportler (offene Blende = keine Blendenzahl). Dabei sollte man die ISO dann so anpassen, daß die Kamera-Automatik eine ausreichend kurze Verschlusszeit zum Einfrieren des Motivs berechnet.
  • Die Blendenautomatik TV kann die bessere Wahl sein, wenn Blende und damit eine Freistellung egal sind, dafür aber eine bestimmte Verschlusszeit als Gestaltungsmittel dienen soll. Möchte man von einem sich schnell bewegenden Motiv einen Mitzieher zu machen, bei dem alles Unbewegte verwischt sein soll, dann kann man eine relativ lange Verschlußzeit einstellen. Die Blende spielt hierbei keine große Rolle, da außer dem Hauptmotiv durch den Wischeffekt nichts weiter scharf abgebildet wird. Die Blende wird von der Kamera berechnet, bei wechselnden Lichtbedingungen können daher unterschiedliche Werte bei konstanter vorgegebener Verschlusszeit herauskommen.
  • Gibt es gleich bleibende Lichtbedingungen, z.B. bei künstlicher Beleuchtung in Sporthallen oder bei Flutlichtspielen, dann empfiehlt sich der manuelle Modus. Man ermttelt vor Spielbeginn die richtigen Einstellungen, und kann dann konstant belichtete Aufnahmen machen. Gibt es allerdings deutlich sichtbare Helligkeitsunterschiede auf dem Sportplatz oder in der Halle, zwischen denen das Spielgeschehen häufig wechselt, sollte man lieber auf eine der beiden Teilautomatiken (AV oder TV) wechseln.

Alle drei Modi eignen sich je nach Sportart, Bildidee und äußeren Bedingungen mehr oder weniger gut.

ISO-Einstellung

Moerser SC vs. SCC Berlin: vorne Martin Krystof (Berlin), dahinter Mark Dodds (Berlin)Die ISO-Zahl ist eine Einstellung, die man häufig anpaßt. Wenn man Bewegung einfrieren will, benötigt man eine bestimmte Verschlusszeit, die bei den meisten Sportarten 1/500s oder sogar noch kürzer sein sollte. Diese Zeiten zu erreichen ist selbst mit Blende 2.8 oder noch lichtstärker mit der niedrigsten Empfindlichkeit höchstens bei Sonnenschein möglich. Bewölkung oder gar künstliche Beleuchtung erfordern dagegen immer höhere ISO-Zahlen, um mit den entsprechenden Mindestvorgaben noch richtig belichtete Bilder zu erzeugen. Gerade kleinere Sporthallen und lokale Fußballplätze bieten meist eine unglaublich schlechte Beleuchtung. Wenig Licht kann man zum einen natürlich ausgleichen durch längere Verschlusszeiten, wodurch man aber Bewegung oft nicht mehr einfrieren kann. Eine andere Möglichkeit bietet der Einsatz lichtstarker Objektive, die durch ihre offenere Blende mehr Licht auf den Kamerasensor bringen und auch noch den oft gewünschten Nebeneffekt einer besseren Motivfreistellung bieten. Solche Objektive sind allerdings oft sehr teuer und schwer, außerdem benötigt man meistens eine Mindestschärfentiefe, um auch das ganze Motiv scharf abbilden zu können.
Es ist bei schlechtem Licht also meistens notwendig, die ISO-Empfindlichkeit entsprechend zu erhöhen, was den Effekt des Bildrauschens allerdings ebenfalls vermehrt. Aktuelle Kameras haben aber mittlerweile auch bei hohen ISO-Zahlen eine hervorragende Bildqualität, so daß bei normalen Ausbelichtungen das Rauschen kaum störend wahrgenommen wird. Zum anderen gibt es entsprechende Software, mit der man die Bilder entrauschen kann.
Aus Angst vor Bildrauschen durch hohe ISO-Empfindlichkeit ist das Unterbelichten von Bildern ein beliebter Anfängerfehler. Dabei weist ein richtig belichtetes Bild mit ISO 1600 immer noch weniger Bildrauschen auf als ein zwei Blenden unterbelichtetes Bild mit ISO 400, das dann durch Bildbearbeitung wieder um die verlorenen zwei Blenden korrigiert werden muß.

Portraitfotografie (1)

Eines der beliebtesten Motive ist nun mal der Mensch. Es fängt bereits mit der Geburt an, wenn vom neuen Erdenbürger die ersten Bilder gemacht werden. Von den ersten Schritten über die Einschulung bis hin zur Kommunion oder Konfirmation, ganz zu schweigen von jeder Art Familienfeier, es wird fotografiert was das Zeug hält. 😉 Deshalb wenden wir uns auch zuerst einmal der Portrait-Fotografie zu.
Befassen wir uns auch hier erstmal mit den technischen Grundlagen und den Voraussetzungen für gute Aufnahmen.

Portrait-Objektiv

Die Portrait-Fotografie gehört zu den Bereichen, in denen im Allgemeinen mit bestimmten Brennweiten fotografiert wird. Beliebt sind dabei kurze bis mittlere Teleobjektive mit Brennweiten zwischen 85 und 105 mm, denn sie führen nicht zu den Verzerrungen, die man von Weitwinkelobjektiven kennt, und sie komprimieren nicht die Aufnahmentiefe so stark wie lange Teleobjektive. Festbrennweiten sind im Regelfall qualitativ besser als Zoom-Objektive, aber wer flexibel sein möchte und Motive aus den unterschiedlichsten Bereichen fotografiert, der sollte dann ein Zoom-Objektiv mit Brennweitenbereich von z.B. 28-105 mm wählen. Damit hat man dann sogar die Wahl zwischen 85 mm und 105 mm, und kann sich situationsbedingt entscheiden. Selbstverständlich wird es Situationen geben, in denen man spezielle Effekte erzielen möchte, und dann auch zu anderen Brennweiten greifen wird.

Portrait-Blende

Genauso wie es bestimmte Brennweiten gibt für die Portrait-Fotografie, so gibt es auch gute Einstiegswerte für die Blende. Soweit die Lichtverhältnisse es zulassen, sollte man mindestens Blende f/8 oder sogar f/11 verwenden. Diese Blenden bieten eine Schärfentiefe, die über das gesamte Gesicht verlaufen dürfte, also von der Nasenspitze bis zu den Ohren. Das bedeutet, daß man die Zeitautomatik wählt und z.B. Blende f/11 einstellt. Damit dürfte die Kameraeinstellung fast erledigt sein, und man kann sich auf das Licht, die Pose und den Bildauschnitt konzentrieren. 🙂

Hintergrund

Damit nichts vom Haupt-Motiv, dem Portraitierten, ablenkt, ist ein störungsfreier, einfacher Hintergrund notwendig. Im Studio hat man damit selten Schwierigkeiten, dann dort verwendet man meistens einfarbige Hintergründe aus Pappe oder Stoff. In jeder anderen Räumlichkeit und vor allem Draußen sieht es anders aus. Dort sollte man sein Fotomodell möglichst so platzieren, daß der Hintergrund halbwegs einfach erscheint, also nicht zu sehr strukturreich und bunt ist. Außerdem sollte man sein Model soweit wie möglich vom Hintergrund weg platzieren. Wenn man dann zusätzlich noch eine Brennweite von 105 mm verwendet, die für weniger Schärfentiefe sorgt, dann sollte man einen unscharfen, nicht mehr so ablenkenden Hintergrund erhalten. Eventuell hat man hier auch mal eine Blende kleiner als f/8 zu wählen, um durch geringe Schärfentiefe den Hintergrund unscharf zu bekommen.

Fokus-Punkt

Wenn man nicht gerade sehr kreative, künstlerische Aufnahmen macht, dann ist die Frage nach dem besten Fokus-Punkt schnell beantwortet: man fokussiert immer auf die Augen. Ein Portrait-Bild mit unscharfen Augen „funktioniert“ überhaupt nicht. Wer es nicht glaubt, einfach mal ausprobieren. 😉

Kaufberatung (2)

Nachdem nun die ersten Entscheidungen zu Budget und Typ getroffen wurden, hat man sicher schon eine bestimmte Kameraklasse, vermutlich sogar schon bestimmte Modelle im Visier. Nun vergleicht man die Ausstattungsmerkmale, um die Auswahl zu verfeinern. Die nächste große Filterung erfolgt mit der Festlegung der gewünschten Auflösung.

Welche Auflösung ist notwendig?

Die Hersteller digitaler Kameras versuchen, nach einer einfachen Auflösungsregel ihre Kameras zu verkaufen: mehr ist besser. Das stimmt aber nicht immer.
Mehr Pixel bedeuten zwar eine höhere Auflösung, was mehr Details bedeutet, was ein besseres Bild zur Folge hat. Dennoch kann die Qualität eines einzelnen Pixels ebenso große Bedeutung haben wie ihre Anzahl. Eine hochwertige Kamera mit einer schwachen Optik erzeugt einen Haufen qualitativ lausiger Pixel. Deshalb ist es wichtig, sich nicht grundsätzlich dem allgemeinen Pixelwahn hinzugeben.
Für Pixel zu bezahlen, die man nicht benötigt, ist Geldverschwendung. Anstatt die größtmögliche Anzahl an Pixel zu kaufen, ist vorab zu überlegen, wie man seine Bilder präsentieren möchte und danach entscheidet, welche Auflösung man dafür braucht.
Bei den meisten Motiven genügt für einen 20×30-Abzug, also ca. DIN A4, eine Auflösung von 2-3 MPixel.
Die tatsächlich benötigte bzw. sinnvolle Auflösung hängt allerdings auch vom Betrachtungsabstand und dem Kontrast des Bildes ab. Je geringer der Kontrast in einem Bild ist, desto geringer darf die Auflösung sein ohne daß eine fehlende Detailschärfe sichtbar wird. Höhere Auflösungen bringen nur dann eine zusätzliche sichtbare Schärfe, wenn man näher an das Bild heran geht und entsprechende Ausschnitte betrachtet.
Weil größere Ausdrucke in der Regel aber aus größerer Entfernung betrachtet werden, wird die Auflösungsanforderung (in Pixel/cm oder Pixel/Inch) mit größer werdender Ausgabe in der Regel geringer. Das menschliche Auge hat nur ein begrenztes Auflösungsvermögen. Man kann z.B. ein 60cmx40cm-Bild mit nur 200 Pixel/Inch drucken lassen, weil es von weiter weg betrachtet wird als ein 10cmx15cm-Bild, welches eher 300 Pixel/Inch erfordert.

Mit einer höheren Auflösung kauft man allerdings mehr als nur die Möglichkeit, größer zu drucken. Mit einer höheren Auflösung erhält man mehr Möglichkeiten, das Bild auf Ausschnitte zu begrenzen und diese dann auf die gewünschte Ausgabegröße zu bringen, ohne Qualität zu verlieren.
Eines sollte man aber beachten, eine höhere Pixelzahl ergibt subjektiv nicht auch eine ebenso größere Ausgabefläche. So ergeben 50% mehr Pixel in einer Kamera nur 22,5% mehr Kantenlänge, das ist eine Veränderung von 20x30cm auf ca. 24,5×36,75cm. Dies ist nicht sehr viel, gibt allerdings besser Details bei gleicher Ausgabegröße wieder.
Man sollte also zuerst herausfinden, welches die bevorzugte und am meisten genutzte Ausgabegröße sein wird und wählt dann eine Auflösungsklasse höher. Dies bietet eine gute Qualität bei allen Anforderungen und zudem die Möglichkeit, manchmal doch auch Ausschnitte nutzen zu können.

Belichtungskontrolle

Früher hatten alle Kameras manuelle Einstellungsmöglichkeiten zur Belichtungskontrolle, denn Automatiken waren sehr teuer. Heute ist es umgekehrt.
Manuelle Kontrollen ermöglichen, daß man spezielle und schwierige Lichtsituationen meistern kann, um die richtige Licht- und Farbstimmung zu erhalten, wie z.B. starkes Gegenlicht oder schwach beleuchtete Situationen in der Abenddämmerung oder bei Kerzenschein. Selbst wenn man sich nicht zu den hoch ambitionierten Fotografen zählt, sollte man dennoch eine Kamera mit manuellen Belichtungskontrollen anschaffen, um von Anfang an gewappnet zu sein, ein breiteres Spektrum an Situationen meistern zu können.

Aufnahmemodi

Die meisten Kameras bieten verschiedene Aufnahmemodi mit unterschiedlichen Stufen der manuellen Eingreifmöglichkeiten.
Der Programm-Modus ist eine Automatik, bei der die Kamera die Belichtungskontrolle übernimmt. Abhängig von der Qualität der gewählten Kamera ist ein solcher Modus für die meisten der alltäglichen Situationen geeignet. Selbst reine Vollautomatik-Kameras bieten heute eine Reihe an wählbaren Voreinstellungen. Zum Beispiel einen voreingestellten Modus für Landschaftsaufnahmen, bei denen der Fokus auf „unendlich“ gestellt und eine kleine Blende gewählt wird, um maximale Schärfentiefe zu erzielen. Oder einen Portrait-Modus, bei dem im Gegensatz dazu die Kamera eine große Blende einstellt, um den Hintergrund unscharf zu machen, um so das Hauptmotiv herauszustellen.
Diese Programm-Modi erlauben keinen manuellen Eingriff, welcher aber manchmal die einzige Möglichkeit wäre, eine schwierige Lichtsituation zu meistern, um ein gutes Bild zu bekommen. Hochwertige Profi-Kameras bieten solche Programm-Modi gar nicht an, da professionelle Fotografen es vorziehen, die Belichtung grundsätzlich selbst zu bestimmen.

Um maximale Möglichkeiten zu erhalten, wählt man besser eine Kamera mit mehr als nur Programm-Automatiken. Schon die so genannten Halbautomatiken geben eine gewisse manuelle Kontrollen zurück.

  • Bei der Zeitautomatik (auch Blendenpriorität genannt) kann man eine bestimmte Blende wählen, die Kamera paßt dann die nötige Belichtungszeit für ein richtig belichtetes Bild automatisch an. Hierbei bieten allerdings nicht alle Kameras den vollen Blendenumfang zur Auswahl an.
  • Bei der Blendenautomatik (auch Zeitpriorität genannt) wählt man eine Belichtungszeit vor, die Kamera paßt dann die zur korrekten Belichtung notwenige Blendenöffnung an.

In den meisten Fällen wird man mit den Halbautomatiken ausreichend manuelle Kontrolle über die Belichtung haben und gute Resultate erzielen. Aber trotzdem: um maximale Kontrolle über die Belichtung zu erhalten, sollte man nach einem Kameramodell Ausschau halten, welches auch eine volle manuelle Kontrolle zulässt. In dem Fall kann man dann Blende und Zeit selbst vorgeben.

Auch wenn man zu Beginn vielleicht die meiste Zeit mit der Vollautomatik arbeitet, so ist es doch angebracht, die Modi mit manuellen Eingriffsmöglichkeiten schnell und einfach zu erreichen. Idealerweise geschieht das über eine Wahlmöglichkeit am Kameragehäuse, z.B. ein Wahlrad. Einige Kameras bieten keine solche externe Wahlmöglichkeit und man muß sich dann per Menü auf dem Display zum gewünschten Modus durcharbeiten. Wenn man in Situationen fotografiert, in denen schnelle Programmwechsel erforderlich sind, ist es sinnvoll, zu einer Kamera mit externer Moduswahl zu greifen.

Verschiebungsautomatik und Belichtungskorrektur

Durch die Wahl der Verschlussgeschwindigkeit und der Größe der Blendenöffnung regelt man, wieviel Licht auf den Bildsensor gelangt. Das oberste Ziel wird sein, eine Zeit/Blenden-Kombination zu wählen, welche keine Über- oder Unterbelichtung des Bildes zur Folge hat und das Bild in den Schatten und Lichtern gute Details zeigt.
Mit der Änderung der Parameter kann man das Erscheinungsbild der Aufnahme drastisch verändern. Die Veränderung der Verschlussgeschwindigkeit kann die Abbildung von Bewegung im Bild unterstützen oder zerstören. Die Wahl einer anderen Blende beeinflusst die Größe der Schärfenebene.
Blende und Verschlussgeschwindigkeit beeinflussen sich umgekehrt proportional. Mit anderen Worten: verändert man einen Parameter in die eine Richtung – z.B. geringere Verschlussgeschwindigkeit, um Bewegung einzufrieren -, so muß man den anderen Parameter in die andere Richtung verändern, hier also die Blende vergrößern, um ein gleichermaßen richtig belichtetes Bild zu erhalten, also die gleiche Menge Licht zum Sensor zu lassen. Verschiedene Kombinationen von Blende und Verschlusszeit führen zum gleichen Ergebnis, also der gleichen Lichtmenge, die zum Sensor gelangt.

Viele Kameras bieten einen Programm-Modus, der es ermöglicht, durch diese verschiedenen gleich belichtenden Kombinationen zu gehen und eine zum gewünschten Effekt passende Einstellung auszuwählen. Die Kamera mißt dabei die Belichtung und schlägt eine Kombination wie in der Vollautomatik vor. Man hat nun die Möglichkeit, diese Kombination zu verändern, aber nur in dem Maße, dass die Gesamtbelichtung immer gleich bleibt wie in der Vollautomatik auch. Wenn man also z.B. eine größere Schärfentiefe wünscht, paßt man nach der Messung einfach die Blende an, die Kamera läßt dann nur Verschlusszeiten zu, die die Gesamtbelichtung nicht verändern. Diese Verschiebungsautomatik ist also sehr nützlich, wenn man oft den Automatik-Modus verwendet.

Die Belichtungsmessung Ihrer Kamera wird eine Blenden/Zeit-Kombination wählen, bei der das Bild korrekt belichtet und gut ausgewogen ist. Manchmal ist eine solche Ausgewogenheit aber nicht erwünscht. Man möchte vielleicht das Bild mehr oder weniger belichten können, um bestimmte Bildteile hervorzuheben. Dazu benötigt man eine Belichtungskorrektur in der Kamera, mit der man schell die Belichtungsmessung der Kamera in die eine oder andere Richtung übersteuern kann. Diese Möglichkeit bieten heute selbst einfachste Kompaktkameras. Man kann mit der Belichtungskorrektur meist in halben oder drittel Blendenstufen bis zu insgesamt zwei Blendenwerte über- oder unterzubelichten.
Der Vorteil einer Belichtungskorrektur liegt darin, daß man sich nicht um absolute Werte kümmern muß, sondern in Relation zur gemessenen Belichtung arbeiten kann, und z.B. einfach eine Blende unterbelichten kann.
Weil diese manuelle Eingriffsmöglichkeit so wichtig ist, ist es sinnvoll, sie schnell und einfach erreichen zu können. Man benötigt also eine Kamera mit einer externen Bedienmöglichkeit für die Belichtungskorrektur, am sinnvollsten mit einer Einblendung der Korrektur im Sucher oder auf dem Display. Wenn die Kamera eine Korrektur nur über das Kameramenü zulässt, so sollte man sicher sein, daß man die Funktion schnell findet und einstellen kann.

Falls die Kamera, die man ausgewählt hat, eine Belichtungskorrektur nur über das Drücken mehrerer Bedienknöpfe gleichzeitig zulässt, so sollte man die Bedienung beim Händler ausprobieren. So geht man sicher, daß man die Funktion auch exakt bedienen kann und nicht die Kontrolle über alles andere verliert bzw. die Kamera einem dabei aus der Hand gleitet.

Die Verschiebungsautomatik und die Belichtungskorrektur decken meist den größten Bedarf an manuellen Eingriffsmöglichkeiten ab. Man kann gezielt bestimmte Belichtungskombinationen wählen und bewußt über- oder unterbelichten. Wenn die Kamera diese Eingriffe im Sucher oder auf dem Display darstellen kann, ist das sehr vorteilhaft..

Quelle: Beitrag im DSLR-Forum von User Scorpio

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