Kamera-Eigenschaften – Bildrauschen

Wenn man Bilder verschiedener Kameras vergleicht, wird man wahrscheinlich als erstes Problem das Rauschen erkennen. Bildrauschen lässt sich grob mit der Körnigkeit bei analogem Filmmaterial vergleichen und ist nicht notwendigerweise etwas Schlechtes, denn es kann Textur und Stimmung im Bild erzeugen.
Dennoch wirkt das Rauschen digitaler Kameras oft aufdringlicher als das Korn bei Film. Es sieht häufig eher wie ein farbiger Fleckenteppich aus als eine unter dem Bild liegende Struktur. Deshalb ist es sinnvoller, eine Kamera zu wählen, die möglichst wenig Rauschen erzeugt.
Rauschen zeigt sich fast immer zuerst in dunklen Bildteilen, so daß es diese Bildteile sind, die man zuerst beurteilen sollte.
Es gibt zwei Arten von Bildrauschen: Helligkeits- und Farbrauschen. Helligkeitsrauschen ist hierbei das Angenehmere, denn es erzeugt mehr den Eindruck analogen Filmkorns. Während Helligkeitsrauschen lediglich eine Varianz in der Helligkeit der Pixel bedeutet, so ist Farbrauschen eine Abweichung in den Farben der Pixel. Manchmal eine sehr extreme Varianz. Entdeckt man also viele hellfarbige gestreute blaue, rote oder gar violette Pixel in dunklen Bereichen, so liegt es nahe, daß die Kamera ein sehr hohes Farbrauschen produziert.
Weil das Rauschen mit Erhöhung der ISO-Empfindlichkeit steigt, sollte man die Kamera auch bei eben diesen hohen Empfindlichkeiten testen. Weil die ISO-Einstellung an digitalen Kameras von Bild zu Bild verändert werden kann, ist dies für alle ISO-Einstellungen schnell gemacht.

Kompakt- oder Spiegelreflex-Kamera?

Im nachfolgenden möchte ich ein paar Punkte betrachten, die mir zum Thema Ausrüstung wichtig erscheinen. Meine Überlegungen sind hierbei eher praxisbezogen, und beruhen wiederum auf der eigenen Erfahrung. Es geht hier weniger darum, technisches oder physikalisches Wissen zu vermitteln, sondern mehr um eine kurze Stichworterklärung, damit man manche Begriffen vielleicht etwas besser einordnen kann, wenn man Prospekte, Angebote oder Kaufempfehlungen liest.

Man kann Kameras in viele verschiedene Kategorien einteilen: Professionell, Amateur, Einsteigerklasse, groß, klein, teuer, preiswert, usw. Die wichtigste Unterscheidung für eine Auswahl ist aber zunächst: Kompakt- oder Spiegelreflex-Kamera?
Bei vielen, die sich ernsthaft mit Fotografie beschäftigen, bedeutet Kompaktkamera gleich minderwertige Qualität. Aber gerade die etwas teureren Modelle besitzen oft schon hochwertige Linsen und produzieren erstklassige Bildqualität. Manche Kompaktkamera hat z.B. einen schwenkbare Sucher, was hilfreich ist, wenn in Situationen fotografiert werden soll, bei denen ein Blick durch den Sucher nicht möglich ist. Diese Kameras haben auch häufig sehr gute Makro-Fähigkeiten. Aufgrund der kleinen Brennweiten und geringen Maße der eingebauten Optik ist es für die Hersteller einfacher, solche Makro-Fähigkeiten bereitzustellen. Spiegel­reflex­kameras erfordern hierzu spezielle und daher teure Objektive. Was sich bisher sehr gut anhört hat allerdings einen Haken. Die Auslöse­verzögerung dieser Kameras ist für die Sportfotografie größtenteils ungeeignet. Die Zeit zwischen betätigen des Auslösers und der tatsächlichen Aufnahme des Bildes, dauert zu lange. Das Motiv hat meistens schon den Bildausschnitt verlassen bzw. die Szene, die man einfangen wollte, ist bereits vorbei. Und auch die Serienbildfunktion, falls überhaupt vorhanden, ist nicht die Schnellste. Daher sind Kompaktkameras für Sportfotografie kaum geeignet.
Spiegelreflexkameras unterscheiden sich von Kompaktkameras in einigen sehr relevanten Einzelheiten. Der Sucher blickt durch exakt dieselbe Optik wie die Kamera, dessen Sensor das Bild aufnimmt. Das bedeutet, daß das Sucherbild annähernd genau jenes ist, welches aufgenommen wird, inklusive aller Effekte, die z.B. durch Vorsatzfilter erzeugt werden.
Fast alle Spiegelreflexkameras haben wechselbare Objektive. Dadurch kann man genau jenes Objektiv wählen, welches man für sein Vorhaben benötigt. Durch den Kauf von höherwertigen Objektiven kann man die erzeugte Bildqualität deutlich verbessern.
Aufgrund ihrer Größe sind die meisten digitalen Spiegelreflexkameras mit einem deutlich größeren Sensor ausgestattet als Kompaktkameras. Ein größerer Sensor bedeutet in der Regel auch höhere Bildqualität. Der Grund dafür liegt in den größeren individuellen Sensorzellen (Pixel). Größere Pixel erzeugen weniger Rauschen, so daß Spiegelreflexkameras bei wenig Licht bessere Resultate erzielen als Kompaktkameras. Sie besitzen zum Teil auch die höherwertigen Ausstattungs­merkmale wie spritzwassergeschützte Gehäuse, schnellere Bildfolgen, höhere ISO-Einstellungen und einen Blitzschuh für ein externes Blitzgerät. Im kreativen Sinne der Bildgestaltung besitzen diese Kameras die größeren Möglichkeiten, durch geringere Schärfentiefe das Bild zu gestalten.

Wer sich ernsthaft mit Sportfotografie befassen will, kommt aktuell an einer Spiegelreflex-Kamera nicht vorbei.

Fotografieren in dunklen Sporthallen

Heute abend steht Handball in Dormagen auf dem Programm. Wie bereits in früheren Beiträgen erwähnt, ist das Fotografieren in Sporthallen schon eine besondere Herausforderung für die Foto-Ausrüstung (und den Fotografen ;-)). Die Lichtverhältnisse sind im Regelfall so schlecht, daß man beim ersten Mal alle Hände voll zu tun hat, die geeigneten Einstellungen für die Belichtungswerte zu finden.
Das TSV-Sportcenter in dem der DHC Rheinland in der 1.Handabll-Bundesliga spielt, ist so ein Problemfall. Ich verwende dort das 85mm/f1.8 Canon-Objektiv bei Blende 2.0 mit einer Belichtungszeit von 1/640s und ISO 1250. Das Rauschverhalten meiner Kamera (Canon 1D Mark IIN) ist bei diesem Wert schon deutlich spürbar, und ich komme nicht daran vorbei, die Bilder nachträglich per Software zu entrauschen. Dazu benutze ich ein Photoshop-Plugin von Noiseware. Trotz dieser Belichtungswerte habe ich im Regelfall aber immer noch teilweise bis zu einer Blende unterbelichtete Bilder. Außerdem ergibt die große Blende eine sehr geringe Schärfentiefe. Da kann es durchaus passieren, daß z.B. das Gesicht des Spielers scharf ist, aber die Hand, die zum Wurf ausholt, hinterm Spieler in Unschärfe verschwindet.
Unter diesen Voraussetzungen dürfte klar sein, daß der Ausschuß bei den Bildern um einiges höher ist als unter Tageslicht-Bedingungen. Die Bildbearbeitung nimmt auch etwas mehr Zeit in Anspruch, da auf jedes Bild zusätzlich der Entrauschen-Filter anzuwenden ist. In solchen Hallen zu fotografieren macht mir keinen Spaß, hier merkt man endgültig, daß Sportfotografie kein Vergnügen ist, sondern tatsächlich Arbeit.
Neuere Kamera-Modelle liefern mittlerweile bis ISO 3200 gute, fast rauschfreie Bilder, dadurch gewinnt man denn fast eine Blende, so daß man zum einen mit einem 2.8er-Objektiv wieder in akzeptable Bereiche der Schärfentiefe gelangt, und zum anderen mit einem Zoom wie dem 70-200 Objektiv auch bei der Wahl des Bildausschnitts mehr Möglichkeiten hat.

Sportfotografie beim Basketball

In den größeren Multifunktionshallen reicht die Hallenbeleuchtung für akzeptable Belichtungswerte aus, man kann hier meistens mit Blende 3.2 bei 1/640s und ISO 800 arbeiten. Eventuell hat man Glück und aufgrund einer TV-Übertragung findet man sogar eine bessere Ausleuchtung vor. 🙂
In den lokalen Sporthallen trifft man oft sehr schlechte Lichtverhältnisse an, da benötigt man schon eine sehr rauscharme Kamera oder eine spezielle Software, um im nachhinein die Aufnahmen zu entrauschen, denn Einstellungen von Blende 2.8 mit 1/500 und ISO 3200 sind keine Seltenheit. 🙁
Szene beim Basketball: Zweikampf vor der KorbzoneEine mittleres Teleobjektiv mit einer Brennweite von 70-200 mm eignet sich am besten, wenn man sich an der Spielfeld-Seite zwischen Mittel- und Grundlinie bewegen darf. Mit dem Objektiv deckt man dann das gesamte Spielfeld ab und kann in beide Richtungen Angriff sowie Verteidigung fotografieren. Für Einzelaufnahmen von Spielern sowie Zweikämpfen bei Dribblings ist diese Perpektive ebenso geeignet wie auch für das wirklich interessante Geschehen um und am Korb. Die meisten Zweikämpfen ereignen sich unterm Korb, außerdem sieht man Korbleger und Dunkings, sowie die Anspannung in den Gesichtern beim Freiwurf. Daher sollte man sich hauptsächlich auf Höhe der Korbzone aufhalten und wenn es wenig Fotografen-Plätze gibt, rechtzeitig eine gute Position sichern. In manchen Hallen darf man sogar nur von der Grundlinien-Seite fotografieren, dann sollte man einen Platz rechts vom Korb wählen. Weil die meisten Spieler Rechtshänder sind, verdeckt dann aus der Perspektive der Arm nicht beim Wurf oder Korbleger das Gesicht des Spielers. 😉
Wenn man die Möglichkeit hat vom Spielfeldrand aus zu fotografieren, kann man es beim Basketball auch mal mit einer Festbrennweite probieren, wie z.B. einem lichtstarken 85mm f/1.8, einem preislich noch relativ günstigen Objektiv. Gerade in den dunklen Sporthallen kann dieses sog. Portraitobjektiv mit seiner großen Startblende gute Dienste leisten.
Wenn man sich direkt an der Korbhalterung positionieren darf, kann man es auch einmal mit einem Weitwinkel-Objekitv versuchen. Dann sollte man sich aber tief platzieren, und aus Bodennähe nach oben fotografieren. Dabei können spektaktuläre Aufnahmen direkt unterm Korb entstehen.
Sogar eine Tribünen-Perspektive kann sinnvoll sein, wenn man einen Standort findet, bei dem sich die Kamera auf Korbhöhe befindet. Dann kann man interessante Aufnahmen von Luftkämpfen am Korb zeigen.
Und wie immer beim Sport, sollte man auch die Ersatzbank, speziell den Trainer im Auge behalten. Gerade beim Basketball ist der Hauptverantwortliche, der Einzige, der am Spielfeldrand stehen darf, alle anderen haben auf der Bank Platz zu nehmen. Dadurch erhält man dort häufig die Gelegenheit Action und Emotionen einzufangen.

Szene beim Basketball: KorbwurfSzene beim Basketball: Sprungball zu SpielbeginnSzene beim Basketball: KorbwurfSzene beim Basketball: Trainer am Spielfeldrand

Outdoor-Portrait (2)

Wenn die Lichtverhältnisse an bedeckten Tagen zu schlecht sind, kann ein Aufsteckblitz oder ein Reflektor helfen, das Foto zu verbessern. Man sollte nicht zu hohe ISO-Werte benutzen, dadurch könnte es je nach Kamera zu sichtbarem Licht- und / oder Farbrauschen im Bild kommen. Es gibt zwar entsprechende Software, um diese Effekte im nachhinein zu korrigieren, aber gleichzeitig leidet auch die Bildqualität darunter und gerade beim Portrait verliert das Gesicht an Zeichnung, weil alles geglättet wird.
Denise im Nordpark Düsseldorf, Aufnahme mit AufhellblitzTrotz dieser Probleme ist ein bedeckter Himmel immer noch von Vorteil, insbesondere wenn man am Mittag fotografiert. Dann steht die Sonne hoch und das Licht ist hart und wirft damit auch harte Schatten im Gesicht. In dieser Situation ist es besser in den Schatten zu gehen und den Reflektor für indirektes Licht oder den Aufsteckblitz zu benutzen. Man sollte also versuchen, sofern es möglich ist, die Aufnahmen für den Morgen oder den späten Nachmittag zu planen. Die Sonne steht dann niedriger und auch die Lichttemperatur kommt den Hauttönen besser entgegen.
Man sollte bei der Aufnahme darauf achten, daß das Fotomodel nicht direkt in die Sonne schaut. Für den Fotografen ist es so zwar einfacher das Licht in den Griff zu bekommen, aber das Model wird kleine zusammengekniffene Augen haben, ständig blinzeln und auch rasch ermüden. An solchen Bildern wird man keine Freude haben, den Portraits leben meistens von der Wirkung der Augen, sie sollten möglichst groß und entspannt in die Kamera blicken.