Meine Situation Anfang 2010

Das Jahr 2010 fängt bezüglich meiner nebenberuflichen Tätigkeit, also im Bereich der Sportfotografie, nicht so gut an. Leider wurde der Vertrieb der regionalen Sportzeitung eingestellt, so daß der wichtigste Abnehmer meiner Sportbilder wegfällt. 🙁
Ich hatte zwar im August 2009 zusätzlich zur Bild-Agentur „Revierfoto“ gewechselt, aber bereits im Jahr zuvor bei „Digitalfoto Matthias“ gab es wenige Veröffentlichungen, mittlerweile ist das Ergebnis sogar Null. Allerdings sollte ich fairerweise ergänzen, daß ich nur von sehr wenigen Veranstaltungen Bilder an die Bild-Agentur gesendet habe, und in den letzten Monaten hauptsächlich im regionalen Bereich für die „Sportsicht“ unterwegs gewesen bin.

Nun stehe ich grundsätzlich vor der Frage, wie es mit meiner freiberuflichen Tätigkeit als Foto-Journalist weitergeht. Einerseits ist es betrüblich, daß es die „Sportsicht“ nicht mehr gibt, andererseits hat das Jahr erst begonnen, und es ist noch ausreichend Zeit nach neuen Möglichkeiten zu suchen. 😉 Als Basis bleibt mir erst einmal die Zusammenarbeit mit der Deutschen Hockey Agentur (DHA). Hier gehe ich davon aus, daß ich weiterhin Bilder für die Spieltagsgalerie und Berichterstattung liefern werde. Die Feldhockey-Saison geht allerdings erst im April weiter. Außerdem sichert mir dieser Kontakt die Möglichkeit, auch bei größeren Veranstaltungen wie der Deutschen Meisterschaft oder sogar der Champions Trophy eine Akkreditierung zu bekommen. Dadurch kann ich z.B. das Online-Magazin Hockey-Tribüne mit Bildmaterial versorgen.
Ich habe bereits versucht neue Abnehmer für meine Sportfotos zu finden, aber bisher von kommerziellen Verwerten noch keine positive Rückmeldung erhalten. Das bedeutet, vorerst werde ich zusätzlich wieder „hobbymäßig“ unterwegs sein, und durch Veröffentlichungen in den unterschiedlichsten Galerien und Online-Magazinen versuchen auf mich aufmerksam zu machen. 🙂 Durch mein privates Projekt „Hockey in Krefeld“ hatte mich vor zwei Jahren auch die Bild-Agentur „Digitalfoto Matthias“ gefunden. Und danach bin ich von der Sportsicht-Redaktion entdeckt worden. Ich hoffe also, daß ich wieder durch qualitativ gute Arbeiten auf mich aufmerksam machen kann, und sich dadurch neue Möglichkeiten ergeben.
Im Hinblick auf die WM 2011 habe ich mir privat das Thema Frauenfußball ausgesucht. 🙂 Ich werde wie früher beim Hockey verschiedene Spiele in den unterschiedlichsten Ligen besuchen, um die Bilder dann in meiner Galerie Frauenfußball im Westen zu veröffentlichen. Glücklicherweise besitze ich eine Akkreditierung beim FCR Duisburg, damit habe ich auch Spitzenfußball im Angebot. Die Bilder der bekannten Sportarten Eishockey, Basketball und American Football kann ich bei US-Sports unterbringen, so daß ich auch den Kontakt zu den höheren Ligen nicht verliere. Denn hier bin ich u.a. bei den Krefeld Pinguine und Giants Düsseldorf akkreditiert.
Ohne Einnahmen ist eben keine Gewinnerzielungsabsicht zu erkenen, und dann wird meine Tätigkeit vom Finanzamt sowieso als Hobby eingestuft, deshalb kann es sein, daß ich zum Jahresende vielleicht meine nebenberufliche Tätigkeit abzumelden habe. Trotzdem werde ich sicher in irgendeiner Weise die Sportfotografie fortsetzen. Entweder in Zusammenarbeit mit anderen Online-Magazinen und -Galerien, oder wieder mit einem eigenen Projekt. Mal schauen, was das Jahr 2010 noch bringt.
Und falls meine Einsatzzeit beim Sport weniger wird, so ist das kein Nachteil. 😉 Dann habe ich mehr Zeit für die „richtige“ Fotografie, und kann mich auch mehr um meine Fotomodelle kümmern. 🙂

Einstieg in die Sportfotografie

Für die ersten Gehversuche ist es empfehlenswert, einfach die nächstbeste lokale Veranstaltung zu besuchen. Vor allem wenn man eine neue Kamera oder Objektiv besitzt, steht zunächst die Technik im Vordergrund. Falls dann noch ein gutes Ergebnis herauskommt, umso besser. 😉 Möchte man die Sportfotografie etwas intensiver betreiben, und sei es auch nur als Hobby, so ist eine Planung und Vorbereitung notwendig
Jede Sportart hat ihre Eigenarten und Abläufe mit denen man vertraut sein sollte. Das fängt also bereits mit den Spielregeln an, die man zumindest grundlegend kennen sollte. Nur wenn man die Sportart gut kennt, und somit Situationen auch richtig deuten kann, ist man in der Lage zu agieren und gute Szenen zu erahnen. In jedem anderen Fall reagiert man nur, und kommt dadurch oft den Tick zu spät für die entscheidende Aufnahme. Man sollte sich also die Sportart auswählen, die man am besten kennt, und für die man sich bereits seit längerer Zeit interessiert.

Das funktionale Portrait – Homestory

Während Studio-Aufnahmen von formalen und klassischen Portraits eine gute Kontrolle über Bildausschnitt und Lichtverhältnisse bieten, und der Fotograf sich alleine auf die Charakterisierung des Fotomodels konzentrieren kann, liefert das funktionale Portrait weitere Möglichkeiten, die Persönlichkeit herauszuarbeiten. Der Mensch definiert sich ja nicht nur über Aussehen, Mimik und Ausstrahlung, sondern auch über sein persönliches Umfeld. Dazu gehören neben seiner beruflichen und gesellschaftlichen Funktion auch seine Hobbies und Interessen, sein Zuhause wie auch spezielle Fähigkeiten. Aufnahmen in gewohnter Umgebung und bei gewohnten Tätigkeiten bieten zusätzlich den Vorteil, daß sich das Model entspannter gibt als im Studio mit der eher kühlen, ungewohnten Atmosphäre und der verwirrenden, vielleicht sogar einschüchternden Technik.
Plant man Aufnahmen im privaten Umfeld des Fotomodels sollte man trotz allen Engagement nicht vergessen, daß man in der Wohnung oder dem Haus zu Gast ist. Man sollte beim Rundgang die Wirkung der Räume und die Lichtverhältnisse abschätzen. Der ausgewählte Raum sollte die Stimmung des Fotos unterstützen, aber nicht dominieren. So kann es durchaus passieren, daß man das Fotomodel behutsam zu überzeugen hat, daß der Lieblingsraum z.B. aufgrund der Lichtverhältnisse unzureichend ist, um die gewünschte Wirkung mit der Aufnahme zu erreichen.
Im Allgemeinen sollte man sowieso versuchen in mehreren Räumen und, falls vorhanden, auch im Garten Bilder zu machen. Von Fall zu Fall ist dann zu entscheiden, ob man zusätzliches Licht benötigt. Eventuell reichen große Fenster und ein Reflektor aus, um somit auch die natürliche Lichtstimmung zu erhalten. Zusätzliches Licht durch Blitz oder Leuchten sollte man sparsam einsetzen. Eine private Location ist eine Location wie jede andere auch, so daß es hier ebenfalls sinnvoll ist, sich die Örtlichkeit vorher einmal anzuschauen. Dann kann man sich mit dem Umfeld und den Lichtverhältnissen vertraut machen, und die Aufnahmen entsprechend planen. Für den Hobbyfotografen sollte das kein Problem darstellen, denn im Regelfall wird man vorerst nur Verwandte, Freunde oder gute Bekannte fotografieren. Und deren Heim hat man meistens vorher schon einmal gesehen bzw. kann vor dem Shooting ohne große Umstände sicher einmal einen Besuch vereinbaren.

Wie wichtig ist die Kleidung?

Auch Kleidung spiegelt die Persönlichkeit wieder, deshalb kann man nur bei Kopfportraits die Bekleidung vernachlässigen. Bereits bei einem Oberkörperportraits kommen Bluse, Hemd oder Jacke ins Bild. Der Betrachter zieht auch aufgrund der Kleidung Rückschlüsse auf die abgebildete Person, daher sollte sie die Persönlichkeit des Models unterstützen, und nicht selbst zum Motiv werden.
Im Vorgespräch sollte die Art und Verwendung der Aufnahmen geklärt werden, und damit auch festgelegt werden, welche Kleidung vom Fotomodel mitzubringen ist. Beim Shooting werden meistens mehrere Aspekte der Persönlichkeit dargestellt,dementsprechend benötigt man auch unterschiedliche Kombinationen für die Bekleidung, um die Bildaussage unterstützen zu können. Das Model sollte neben Freizeit- und „Arbeits“-Kleidung auch Abendkleidung mitbringen. Somit kann man die Person in unterschiedlichen Situationen aufnehmen und unter verschiedenen Perspektiven zeigen.
Bei der Auswahl der Kleidung sollte man extreme Farben oder Muster genauso vermeiden wie stark reflektierende oder auffällige Applikationen. Wichtig ist außerdem, daß das Model sich wohlfühlt und sich nicht „verkleidet“ fühlt. Einen eher sportlichen und lässigen Typ in ein Kostüm bzw. Anzug zu stecken, dürfte sich eher nachteilig auswirken. Das schönste Kleid verliert seine Wirkung, wenn es dem Fotomodel nicht gefällt oder es vorher noch nie solche Kleidungsstücke getragen hat.
Fashionbild von Eva in einem älteren Kleid aus ihrem BesitzAnders sieht es bei inszenierten Aufnahmen aus. Hier ist sowieso schauspielerisches Talent beim Fotomodel gefragt. Es schlüpft dann in eine Rolle, zu der eben auch die passende Bekleidung gehört. Allerdings wird hierbei auch nicht die Persönlichkeit des Models eingefangen, sondern eben eine künstlich erzeugte Szene bzw. Person. Im Regelfall liegt diesen Aufnahmen eine bestimmte Idee des Fotografen zugrunde, deshalb wird er dann auch die Kleidung besorgen, sei es aus dem eigenen Fundus oder vom Kostümverleih. Selten wird das Model über ausgefallene Kleidungsstücke verfügen, vor allem dann, wenn es sich um ein Anfänger-Fotomodel handelt. Im Gegensatz dazu haben erfahrene Models, die ihr Hobby intensiver betreiben oder sogar nebenberuflich tätig sind, im Laufe der Zeit einen gut gefüllten Kleiderschrank angelegt, in dem sich auch schon mal außergewöhnliche Stücke wiederfinden.

Fotografisches Sehen lernen

Die technische Seite der Fotografie kann man sich relativ schnell aneignen. Es dauert nicht lange, dann hat man die Einstellungen und Bedienmöglichkeiten der Kamera verinnerlicht. Anders sieht es aus mit der eher kreativen, sprich künstlerischen Seite. Sicherlich gibt es auch hierbei theoretisches Wissen über Motivauswahl und Bildgestaltung, doch im richtigen Moment auf den Auslöser zu drücken, ist der praktische Aspekt.
Durch das Fotografieren ansich wird schon das fotografische Sehen geschult, denn durch die praktische Arbeit wird man sich zwangsläufig weiterentwickeln. Eine weitere gute Möglichkeit ein Gefühl für den richtigen Moment zu bekommen, ist das Betrachten von Bildern. Abgesehen von den eigenen Bildern kann und sollte man sich auch Bilder anderer Fotografen anschauen. Gerade die Bilder, die einem gefallen, sollte man immer wieder mal betrachten. Unter Umständen wird man sie im Laufe des eigenen Entwicklungsprozesses anderes sehen, und Punkte bemerken oder erkennen, die man in der ersten Begeisterung vielleicht sogar übersehen hatte. Geeignetes Bildmaterial findet man in Bildbänden, die oft im Ausverkauf in der Buchhandlung günstig zu erwerben sind. Außerdem ist das Angebot im Internet riesengroß, es gibt sehr viele Fotocommunities und Foren, in denen vom Hobby- bis zum Profi-Fotografen Bilder zu finden sind. Man kann aus guten wie aus schlechten Bildern lernen.
Wenn man ein Bild betrachtet, sollte man sich immer die Frage stellen, warum es einem gefällt oder auch nicht. Wie hat der Fotograf es erreicht, daß man das Bild länger anschaut, und sich mit ihm auseinander setzt. Falls vorhanden, sollte man auch die Kommentare und Anmerkungen der anderen Betrachter lesen. Eventuell gewinnt man auch hieraus Hinweise auf Aspekte, die man selbst in dem Moment noch nicht erkannt hat. Man sollte sich durchaus auch trauen, den Fotografen direkt zu fragen, wie und warum er die Aufnahme so gestaltet hat.
Besonders gut kann man aus Fotos lernen, die einem nicht gefallen oder sogar mißlungen erscheinen. Man sollte genau analysieren, was einem falsch erscheint, und die eigene Meinung mit den Kommentaren der anderen „Bildkritiker“ vergleichen. So lernt man schnell aus „Fehlern“ anderer. Allerdings sollte man nicht vergessen, daß neben den technischen und gestalterischen Aspekten ein Foto auch reine Geschmackssache ist.
Das bedeutet, daß man zu seinem eigenem Stil zu finden hat und man die persönliche Sicht der Dinge nicht verbiegen sollte, um der Masse zu gefallen. Manchmal kommt man nicht daran vorbei, auch gegen Regeln, Grund- und Merksätze zu verstoßen, um zu dem Ergebnis zu kommen, daß man erreichen möchte und einem selbst gefällt.
Wenn irgendwie möglich sollte man seine Kamera überall mithinnehmen. Alleine der Vorsatz zu fotografieren, reicht meistens schon aus, um die Dinge aus einer anderen Perspektive zu sehen bzw. sie genauer anzuschauen. Es ist nun aber nicht notwendig die komplette Ausrüstung mit sich herumzutragen. Die Kamera mit einem Normalobjektiv reicht vollkommen aus.
Wer sich auf die Menschenfotografie konzentrieren möchte, der sollte z.B. beim Gespräch seine Mitmenschen genauer betrachten. Dabei wird man schnell feststellen, daß man im Gesicht des Gegenübers oft verschiedene Seiten entdeckt, und bei besten Freunden und Verwandten charakteristische Merkmale bemerkt, die einem bisher gar nicht aufgefallen sind, weil sie einfach zu dem Menschen gehören.