Eigene Erfahrung (3)

Auf dem Weg zum Sportfotografen

Nachdem ich in den Jahren 2004 und 2005 hauptsächlich im Bereich der Studiofotografie aktiv gewesen bin, habe ich mich im Jahr 2006 mehr auf die Sportfotografie konzentriert. Leider hatte ich nicht die Zeit z.B. in der Fotocommunity oder Model-Kartei ständig Kommentare zu schreiben, um damit bekannt zu werden und viele Kontakte zu knüpfen. Dadurch lernte ich wenig Fotomodelle kennen, und als dann auch noch mein „Stamm-Model“ Steffi geheiratet und Nachwuchs bekommen hatte, habe ich mich wieder intensiver mit der Sportfotografie beschäftigt.
Am Anfang habe ich noch Eintrittskarten gekauft und je nach Veranstaltung von der Zuschauerseite fotografiert. Nach diesen ersten Schritten in der Bildberichterstattung und den ersten veröffentlichten Ergebnissen in meiner Internet-Galerie habe ich mir dann unterklassige Vereine und lokale Veranstaltungen ausgesucht, und nach einer Akkreditiertung gefragt. So habe ich z.B. in Grevenbroich in der 2.Basketball-Bundesliga fotografiert. Daraus hat sich dann eine Zusammenarbeit für den Kalender 2007 ergeben, ich habe dem Verein einige Bilder überlassen. Als Honorar habe ich einen Stapel Kalender erhalten, denn die Kosten sollten niedrig gehalten werden, der Druck wurde gesponsert, damit vor allem Kinder und Jugendliche sich den Kalender leisten konnten. Der Kalender wurde dann auch fleißig zum Autogramme sammeln genutzt. 😉
Außerdem habe ich bei meinen Einsätzen Christian Roth kennengelernt, der sich mit seinem Projekt US-Sports.eu auf die Sportarten Basketball, Eishockey und Football spezialisiert hatte. Durch diesen Kontakt habe ich auch Zugang zum DEL-Eishockey erhalten, z.B. bei den Krefeld Pinguine oder Kölner Haie sowie zum 1.Liga-Basketball in Köln oder Leverkusen.
Aus Zeit- und Aufwandsgründen habe ich mich Mitte 2007 mehr auf die regionale Sportszene konzentriert und mein Projekt „Hockey in Krefeld“ gestartet. Da Krefeld Hockey-Hochburg ist, habe ich die entsprechenden Sportarten bzw. Vereine fotografiert, von Eishockey (Krefeld Pinguine), über Feld- und Hallenhockey (Crefelder HTC, Crefelder SV) bis hin zum Skaterhockey (Skating Bears) und Rollhockey (Hülser SV). Mit einem Kurzurlaub über Pfingsten begann alles in Holland. Der Crefelder HTC nahm am Europapokal teil, den er dann sogar gewonnen hat. Ich habe alle Krefelder Zeitungen mit Bildmaterial von dem Ereignis versorgt. Seit dem bin ich auch als freiberuflicher Foto-Journalist (Bildberichterstatter) offiziell beim Finanzamt angemeldet. Dadurch kann ich unbesorgt Geld verdienen durch den Bilderverkauf, und ordnungsgemäße Rechnungen ausstellen. 🙂 Neben vereinzelten Bilderverkäufen an die Lokalzeitungen sowie die Deutsche Hockeyzeitung war ich auch für die Mannschafts- und Spielerfotos der Krefeld Pinguine in der Saison 2007/08 verantwortlich. Somit hatte ich mich vom Hobbyfotografen zum professionellem Sportfotografen entwickelt.

Eigene Erfahrung (2)

Meine ersten Schritte als Hobbyfotograf

Anfang 2004 nutzte ich die Gelegenheit und nahm an einem VHS-Kurs teil, um mein Wissen nochmal aufzufrischen. Das Seminar wurde von einem Berufsfotografen gehalten und ich hoffte deshalb darauf, einmal richtig brauchbare praktische Tips und Tricks zu erhalten. Auch wenn ich es mittlerweile wieder vergessen habe wie man die Zahl berechnet, so war es doch interessant zu erfahren, wie es zu diesen „krummen“ Werten bei der Blendenzahl kommt. 😉 Neben den physikalischen Grundlagen gab es natürlich auch Geschichten und Erfahrungen aus der Praxis, da der Fotograf auch einiges von seinen Foto-Reisen zu berichten hatte. Abgesehen davon, ist Harald W. Spoddig auch Studio-Fotograf, so daß ich die Möglichkeit nutzte und im Anschluß an den Kurs bei ihm an einem zweitägigen Seminar für Portraitfotografie teilgenommen habe.
Dadurch bin ich mit dem Thema Studiofotografie in Kontakt gekommen, und mein Interesse an der „Menschen“-Fotografie wurde geweckt. Da ich zur gleichen Zeit auch auf die Fotocommunity im Internet aufmerksam geworden bin, konnte ich dort sofort die Angebote von Workshops und Fotoshootings nutzen. Das hat mir gleich weitergeholfen meine Kenntnisse und Fertigkeiten zu verbessern sowie Kontakte zu knüpfen zu Fotografen und Fotomodellen. Wenn man keine Fotomodelle im Bekanntenkreis hat, ist so eine Möglichkeit eine gute Gelegenheit praktische Erfahrung zu sammeln. Sicherlich ist es kein billiges Vergnügen, und man gerät vielleicht auch in Workshops, die einen nicht zwingend weiterbringen. Diese Erfahrung ist aber letztlich auch hilfreich, da sie das Selbstbewußtsein stärkt, wenn man merkt, daß viele andere, die in z.B. der Fotocommunity als „Fotogötter“ verehrt werden, auch nur mit Wasser kochen. In der Internet-Galerie sind nämlich nur die absoluten Spitzenaufnahmen zu sehen, die teilweise sogar nur nach intensivem Einsatz der Bildbearbeitung entstanden sind. Ansonsten machen diese Fotografen ebensoviele gute wie schlechte Fotos wie jeder andere auch. Man sollte sich sofort von der Vorstellung lösen, daß jeder Schuß ein Treffer ist. Das bedeutet, bei einem Foto-Shooting werden eventuell mehrere hundert Aufnahmen gemacht, wirklich brauchbar ist davon immer nur ein Bruchteil, und veröffentlicht werden sogar nur eine Handvoll. Faustformel ist hierbei, daß ungefähr 10% der gemachten Aufnahmen brauchbar sind, und aus dieser engeren Auswahl die Bilder ausgewählt werden, die man nach entsprechender Bearbeitung veröffentlichen könnte. Das sind dann die Spitzenfotos, die einem als Werbung dienen, weil sie andere beeindrucken. 🙂

Sportfotografie (6)

Motive: Emotionen und Action

Bayer Leverkusen vs. Allianz Volley Stuttgart: Maren Brinker (Leverkusen)Als gefragte Motive vermutet zuerst jeder wahrscheinlich einen packenden Zweikampf oder den eleganten Torschuß. Das ist nicht so ganz verkehrt, denn Action kommt immer an, und wenn durch eine Spielszene das Charakteristische der Sportart dargestellt wird, ist das sicherlich gut. Aber was immer geht, sind Emotionen. Jubel, Freude, Enttäuschung, Wut und Verzweiflung, das sind die Momente, die in mehr oder weniger ausgeprägter Form fast bei jedem Sportereignis zu finden sind. Wer es schafft, diese Gefühlsszenen festzuhalten, der hat bei den Zeitungen schon halb gewonnen.

Im Idealfall setzt man die gegenteiligen Emotionen noch in einen Zusammenhang, z.B. die jubelnde Mannschaft im Hintergrund, der enttäuscht auf dem Boden liegende Gegner davor. Oder verstärkt durch die Bildgestaltung Krefeld Pinguine vs. Adler Mannheim: Die Mannheimer jubeln nach 3:2 Zehntelsekunden vor der Schlußsirene, vorne Benedikt Schopper (Krefeld) holt enttäuscht den Puck aus dem Tordie Aussage, z.B. der jubelnde Sieger vor den feiernden Fans auf der Tribüne.
Gefühlsausbrüche dauern oft nur Sekundenbruchteile, deshalb erfordert es besondere Aufmerksamkeit, um sie einzufangen Manchmal kann z.B. der Jubel über ein Tor auf der Ersatzbank sehr viel emotionaler ausfallen als der des Torschützen. Emotionen haben meistens immer zwei Seiten: Zum einen die Jubelnden, zum anderen die Enttäuschten. Man sollte daher nie vergessen, auch die jeweils andere Seite im Bild festzuhalten.

Verbissene Zweikämpfe oder spektakuläre Flugeinlagen sind genauso Blickfänger wie große Emotionen. Mit Glück und einem Maß an Erfahrung schafft man im Idealfall die Kombination von Emotionen und Action, z.B. der erschrockene Blick eines Torwarts, der gerade den Ball passieren lässt.
Szene aus dem Spiel RheinEnerige Köln vs. Efes Pilsen IstanbulFür den Anfang völlig ausreichend und ohnehin schon schwierig genug sind die gewöhnlichen Action-Aufnahmen. Im Idealfall zeigen sie entscheidende Momente im Spielverlauf oder das Charakteristische der Sportart. Dabei sind typische Momente genauso wichtig wie die ungewöhnlichen Szenen. Die typischen Abläufe sind sehr gut voraussehbar, was aber trotzdem hohe Aufmerksamkeit erfordert, um wirklich den richtigen Moment zu erwischen. Gerade wenn man nicht über eine Profi-Kamera verfügt, die bis zu zehn Bilder pro Sekunde schießen kann, ist Zeitgefühl das A und O. Dazu braucht man vor allem Erfahrung bei der entsprechenden Sportart. Und auch 10 Bilder/s garantieren nicht die gewünschte Aufnahme, wenn man einfach nur blind daraufhält.
Je enger der Bildausschnitt, desto schwieriger wird das Auslösen zur richtigen Zeit, aber ein enger Bildausschnitt ist ein weiteres nützliches Gestaltungsmittel für ein gutes Sportfotos. Je mehr der Betrachter das Gefühl hat ganz nah dabei zu sein am Geschehen, desto intensiver wirkt das Bild.

über mich

Portraitfoto Thomas Jereczek

Auf den folgenden Webseiten möchte ich mich kurz vorstellen. Dabei kann man ein wenig über mich erfahren,

  • welches meine Absichten für diesen Blog sind (Einleitung),
  • wie mein journalistischer Werdegang gewesen ist (Laufbahn),
  • wo meine fotografischen Ergebnisse zu finden sind (Galerien)
  • und mit welchem Werkzeug ich arbeite (Ausrüstung). 😉

Einleitung

Noch ein Blog und wieder zum Thema Fotografie. Warum nur, wird sich mancher fragen.

Sicherlich gibt es bereits viele Websiten zu dem Thema, und vorallem auch mit sehr guten Inhalten. Mit diesem Blog möchte ich versuchen den Einstieg in die Fotografie zu erleichtern, indem ich Informationen und Erfahrungen sowie Tips und Tricks zusammenfasse, die auch mir weitergeholfen haben. Dabei werde ich jetzt nicht das Rad nochmal erfinden, und seitenweise Informationen abschreiben, die bereits in ausführlicher Weise an anderen Stellen zu finden sind. Es geht mir eher darum, kurz meine Vorgehensweise darzustellen, wie ich auf Fragen, Hindernisse und Herausforderungen reagiert habe, die mir in meiner Fotografen-Laufbahn begegnet sind.

Ein umfassendes Werk, das jede Frage beantwortet, wird es und kann es auch hier nicht geben. Jeder lernt auf eine andere Art, und eignet sich dementsprechend Wissen an. Ich hoffe allerdings, daß gerade der Fotografie-Anfänger einige wertvolle Informationen findet, so daß sein Interesse geweckt wird, und er die faszinierende, vielseitige Welt der Fotografie entdeckt.

Vom unbedarften Schnappschnuß-Knipser zum nebenberuflichen Fotojournalisten, ein Weg, der mit reichlich Erfahrung gepflastert ist, positiv wie negativ.
Schon als Jugendlicher hat mich das Fotografieren interessiert, aber mehr als hin und wieder nur „geknipst“ habe ich lange Jahre nicht. Meine erste Kamera Ende der 70er Jahre war ein einfacher Fotoapparat (man könnte eher sagen eine „Lochkamera“), an dem nur die Einstellungen „sonnig“ oder „bewölkt“ möglich waren. Das klingt unvorstellbar, wenn man bedenkt, wieviele Funktionen eine einfache, billige Digital-Kompaktkamera heute bereits hat.
Danach gab es Mitte der 80er-Jahre die berühmte („Ritsch-Ratsch“-)Agfamatic. Sie hatte zwar schon eine vorschiebbare Nahlinse für „Makro“-Aufnahmen, gehörte aber immer noch für heutige Maßstäbe in die Kategorie Lochkamera. Immerhin gab es bereits ein elektronisches Blitzgerät für diese Kamera, und nicht nur die Aufsteck-Blitzwürfel.

Ende 1990 habe ich mir dann meine erste Spiegelreflex-Kamera gegönnt, die Canon EOS 1000F. Zu dem Zeitpunkt beschäftigte ich mich intensiver mit der Fotografie und lernte zum ersten Mal die fotografischen Grundlagen aus Büchern kennen.
Nach mehrjähriger fotografischer Abstinenz habe ich Anfang 2004 meine Kenntnisse in einem VHS-Kurs und bei einem Workshop aufgefrischt. Dadurch wurde auch mein Interesse an der „Menschen“-Fotografie geweckt und ich habe die Studio-Fotografie kennengelernt.
Seit Anfang 2005 bin ich endgültig zur Digital-Fotografie gewechselt. Mittlerweile habe ich in mehreren Workshops und selbständig durchgeführten Shootings praktische Erfahrung gesammelt. Zur Zeit gilt mein fotografisches Interesse in erster Linie der Darstellung von Menschen. Meine Spezialgebiete sind die Porträt- und Aktfotografie, außerdem befasse ich mich mit der Sportfotografie, in der ich zwischenzeitlich sogar nebenberuflich tätig gewesen bin.
Euer Thomas Jereczek

journalistische Laufbahn

Die journalistische Tätigkeit hat mich bereits seit meiner Jugend interessiert. Etwas zu schreiben und zu veröffentlichen, damit andere informiert werden, hat mich immer begeistert. Informationen aus unterschiedlichen Quellen sammeln und auswerten sowie aufbereiten, war für mich immer spannend.
Schon als Kind habe ich viel gelesen, egal ob Roman oder Sachbuch, ich war also im Grunde ein Bücherwurm. 😉 Das brachte mir in der 1.Klasse einen zusätzlichen Vermerk im Zeugnis ein – Lesen: sehr gut. 🙂

Leider war der Deutschunterricht in der weiteren Schulzeit wenig motivierend. Da ich ein Mann weniger Worte bin, und Sachen lieber direkt auf den Punkt bringe anstatt drumherumzureden, waren meine Aufsätze eher kurz gefaßt. Dadurch wurden diese „Zeitungsartikel“ immer schlechter benotet als die „Roman“-Fassung der Mitschüler, obwohl von der Aussage her kein Unterschied vorhanden gewesen ist.
Trotz der negativen Erfahrung in der Schule habe ich mein Interesse an der journalistischen Tätigkeit nie verloren. Als dann Kino zu meinem Hobby wurde, hat sich meine kurze, treffende Ausdrucksweise bezahlt gemacht. Ich habe Mitte der 80er-Jahre angefangen Leser-Kinokritiken zu schreiben, die vereinzelt in den entsprechenden Fachzeitschriften (z.B. Cinema, Kinohit oder UfA-Filmillustrierte) veröffentlicht wurden. Anfang der 90er-Jahre wurden meine Kritiken auch in der Sendung „Filmecke“ des Rems-Murr-Bürgerradios verwendet. In dieser Sendung war ich auch als „Interview“-Partner eingeladen und habe so zum ersten Mal „live“-Luft schnuppern können. Aufgrund meiner großen Filmmusik-Sammlung habe ich bei zwei Sondersendungen als Co-Moderator mitgewirkt. Zur gleichen Zeit bin ich beim SKV Waiblingen in der Badminton-Abteilung für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig gewesen. Ich habe Sport-Berichte für die Waiblinger Kreiszeitung geschrieben und Veranstaltungshinweise für das Wochenblatt wie auch fürs Lokalradio.

Nach einem Wohnortwechsel erstellte ich dann in Iserlohn ein paar Sendungen für das Bürgerradio (FöLok), die über die Frequenzen von Radio MK gesendet wurden. Außerdem habe ich aktiv beim Basketball im Fan-Club Lionhearts des TuS Herten mitgearbeitet. Ich schrieb Berichte für die Fan-Zeitung und habe Aktionen mitorganisiert und durchgeführt (z.B. Fan-Stand, Auswärtsfahrten). Als dann das Internet langsam in die Privathaushalte einzog, gehörte ich zu den Ersten, die eine eigene Homepage veröffentlichten. 🙂 Ich habe eine Internet-Präsenz für die Blue Stars, Cheerleader der Bochum Cadets, erstellt. Da die Blue Stars auch in Herten beim Basketball auftraten, bin ich in diesem Zusammenhang 1996 bei den Deutschen Cheerleader-Meisterschaften in Berlin gewesen und habe offiziell für die Hertener Allgemeine fotografiert. Das war also meine erste Tätigkeit als Foto-Journalist.

Da hat mich ein Kollege bei der Arbeit 'erwischt' ;-) Foto: Volker NagraszusNach einem weiteren Umzug und aus privaten Gründen ruhten meine journalistischen Tätigkeiten vorerst. Erst nachdem ich 2004 wieder intensiver in den Bereich Fotografie eingestiegen bin, habe ich mich auf den Foto-Journalismus konzentriert und auf die Sportfotografie spezialisiert. Zwischenzeitlich war ich darin sogar nebenberuflich tätig gewesen und lieferte Bildmaterial für die aktuelle Berichterstattung an die verschiedenen Medien von Online bis Print.
Meine Bilder veröffentliche ich nach Themen getrennt auf verschiedenen Websites. Außerdem versuche ich meine Erfahrungen, die ich als Fotograf gemacht habe, in einem Blog festzuhalten, so daß andere Fotografie-Einsteiger es vielleicht etwas einfacher haben, und durch meine Tips und Tricks etwas Zeit und Kosten sparen. 😉