Aufnahmemodus: manuell oder Halbautomatik

Jede Kamera bietet verschiedene Aufnahmemodi mit unterschiedlichen Stufen der manuellen Eingreifmöglichkeiten an.
Der Programm-Modus ist eine Automatik, bei der die Kamera die vollständige Belichtungskontrolle übernimmt. Abhängig von der Qualität der gewählten Kamera ist ein solcher Modus für die meisten Schnappschüsse in alltäglichen Situationen geeignet. Für die Aufnahme von Action-Szenen in der Sportfotografie ist diese Vollautomatik allerdings unbrauchbar.
Der angehende Sportfotograf benötigt zumindest die sogenannten Halbautomatiken, die eine gewisse manuelle Kontrolle erlauben.
Bei der Zeitautomatik (auch Blendenpriorität genannt) kann man eine bestimmte Blende wählen, die Kamera passt dann die notwendige Belichtungszeit für ein richtig belichtetes Bild automatisch an.
Bei der Blendenautomatik (auch Zeitpriorität genannt) gibt man eine Belichtungszeit vor, die Kamera wählt dann die zur korrekten Belichtung notwendige Blendenöffnung aus.
In den meisten Fällen wird man mit den Halbautomatiken ausreichend manuelle Kontrolle über die Belichtung haben und gute Resultate erzielen. Um aber die maximale Kontrolle zu erhalten, sollte das Kameramodell auch einen Modus ermöglichen, in dem man dann Blende und Zeit selbst vorgeben kann.
Heutzutage verfügt jede Spiegelreflexkamera, auch in den unteren Preiskategorien, über diese drei wichtigen Modi (manuell, Zeit- und Blendenautomatik).

Sportfotografie-Einstieg beim Fußball

Fußball ist immer noch die bekannteste Sportart hierzulande, so daß auch sehr viele angehende Sportfotografen über genügend Vorwissen verfügen sollten, um sich mehr den fotografischen Aspekten widmen zu können als mit den offenen Fragen zum Spiel oder den Mannschaften. Fußball wird in etlichen Ligen gespielt, daher bieten sich auch dem Einstieger genügend Gelegenheiten Erfahrung zu sammeln und seine Kenntnisse zu erweitern. Denn eine Akkreditierung für Spiele der ersten Ligen bekommen nur Fotografen mit bestimmten Presseausweisen und Redaktionsaufträgen. Manchmal ist es sogar notwendig, Mitglied im Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) zu sein.
Aber in den unteren Ligen sind die Arbeitsbedigungen für den Anfänger in der Sportfotografie sowieso besser. Man kommt oft wesentlich näher an den Spielfeldrand, und man kann sich relativ frei bewegen, also während des Spiels z.B. die Position wechseln. Außerdem könnte sich ein privater Kontakt zu einem Verein auf lokaler Ebene nach einem Aufstieg in höhere Ligen zusätzlich auszahlen, wenn man dann trotz allem eine Akkreditierung bekommt, und man sich dann doch mitten unter den Berufsfotografen wiederfindet. 😉
Wer bereits Mitglied in einem Verein ist, der wird sich sicher zuerst mit „seiner Sportart“ befassen, und hat dadurch natürlich ganz andere Möglichkeiten als ein Außenstehender. Da kommt man schneller mal in Bereiche und hinter die Kulissen, die sich fotografisch lohnen, so daß man nicht alltägliche Bilder erhält.
Zurück zum Fußball. Den besten Standort gibt es nicht, viel hängt vom Spielverlauf ab, und dem was man im Bild festhalten möchte. Außerdem hängt der Wirkungskreis auch von der Ausrüstung ab. Mit dem üblichen Teleobjektiv 70-200 mm deckt man nur einen kleinen Teil des Spielfeldes ab, anderes als mit einem 300-mm- oder sogar 400-mm-Objektiv. Ein guter Ansatzpunkt ist der Strafraum. Dort spielen sich im Regelfall die interessantesten Szenen ab. Ecken und Freistöße, daraus resultierende Kopfballduelle und der Einsatz des Torhüters bieten oft spektakuläre Aufnahmen. Manchmal ergeben sich aber langweilige Taktikspiele, in denen sich die Action im Mittelfeld ergibt. Lange Pässe oder Abschläge führen dort zu Kopfballszenen, Dribblings zu „Slalom-Läufen“ und Zweikämpfen, deshalb kann es durchaus sinnvoll sein, sich eine zeitlang in Nähe der Mittellinie zu postieren. Das wiederum ist nur in unteren Ligen möglich, da man in den oberen Spielklassen die Fotografenzone während des Spiels nicht wechseln bzw. sich nicht einfach außerhalb derer positionieren darf.
Ein Standort in Nähe der Trainerbank ist auch nicht verkehrt, vor allem dann, wenn es sich um einen „aktiven“ Trainer handelt, der beim Spiel mitgeht, Emotionen und Reaktionen zeigt.
Wie sonst auch, sollte man Gegenlicht vermeiden. Das führt zu Lichtreflexen und schwachem Kontrast in den Aufnahmen. Die Standortwahl hängt somit auch vom Sonnenstand bzw. -verlauf ab. Nach Möglichkeit sucht man sich eine Perpektive mit der Sonne im Rücken. Schwierig wird es, wenn durch den Schatten der Tribünen das halbs Stadion im Dunkeln versinkt, während die andere Hälfte sich im gleißenden Sonnenlicht befindet. Hier kann man sich einerseits auf eine Spielhälfte konzentrieren und die Belichtungswerte daran ausrichten, oder andererseits die Blendenautomatik vesuchen, in der man die notwendige Belichtungszeit vorgibt, und die Blendenwahl der Kamera überläßt. Ggfs. ist hier der ISO-Wert anzupassen, damit die Kamera noch geeignete Zeit-Blende-Kombinationen einstellen kann, und Bilder nicht unterbelichtet werden.
Die Belichtungseinstellungen sind einer der Gründe, warum man einige Zeit vor Spielbeginn im Stadion bzw. auf dem Sportplatz sein sollte. Dann hat man genügend Zeit, mit ein paar Probeaufnahmen die beste Belichtungseinstellung für die gegebene Lichtsituation zu finden. Man ermittelt so die Einstellungen für die sonnigen Bereiche wie für die Schatten, genauso wie für den Bereich der Ersatzbank. Damit kann man dann mitten im Spiel relativ schnell die Einstellungen der jeweiligen Situation anpassen. Um die Action-Szenen beim Sport halbwegs einzufrieren, ist eine Belichtungszeit von 1/640s fast schon die längste Zeit, die man einstellen sollte. Kürzer ist immer besser. Für Aufnahmen vom Trainer reichen Zeiten von ca. 1/250 s aus, selbst dann, wenn er Arme oder Hände bewegt. 🙂
An sonnigen Tagen fängt man mit einem ISO-Wert von 200 an, dann erreicht man durchaus mit Blende 5.6 eine Belichtungszeit von 1/2500 s oder sogar kürzer. Ist es bewölkt und die Lichtsituation dadurch schlechter, sollte man eher auf ISO 400, wenn nicht sogar 800 gehen. Das hängt davon ab, mit welcher Blende man fotografieren möchte bzw. kann. Während man im Strafraum eher eine große Schärfentiefe gebrauchen kann, um alle relevanten Spieler und damit die Szene ggfs. scharf abzubilden, reicht für einen Zweikampf im Mittelfeld u.U. Blende 4.0 aus. Hier ist eben auszuprobieren, mit welchen Einstellungen man die gewünschten Ergebnisse erzielen kann. Bei redaktionellen Fotos für die Zeitung reicht Blende 2.8 aus, damit erzielt man genügend Schärfentiefe. Bei Flutlichtspielen in großen Stadien kommt man sogar an einer Offenblende von 2.8 nur selten vorbei. Auch wenn die Lichverhältnisse fürs menschliche Auge mehr als ausreichend sind, ist es für die Kamera relativ betrachtet immer noch sehr dunkel. Ausgangspunkt für die Einstellungen bei einem Flutlichtspiel können sein 1/640 s, Blende 2.8 und ISO 800. Und hierbei ist ein Spiel in einem großen Stadion gemeint. Die etwas größeren „Straßenlaternen“ auf den üblichen Sportplatzen bieten so wenig Licht, daß man mit Blende 2.8 und einer 1/640 s bei einem ISO-Wert von 3200 landet. Damit erhält man aber immer noch eine Aufnahme, die um fast zwei Blenden unterbelichtet ist, und aufgrund der ISO-Zahl schon sehr gut rauscht. Man benötigt hier also in den unteren Ligen eine bessere Ausrüstung als beim Profifußball. 😉

Aufnahmetechnik bei der AL-Fotografie

Bei der Available Light-Fotografie ist das verfügbare, natürliche Licht anders als sonst künstliches Licht nicht flexibel veränderbar. Man kann also keine Blitzanlage oder Dauerlicht flexibel zum Model anordnen, sondern hat das Model passend zum Licht zu positionieren.
Die verhältnismäßig langen Belichtungszeiten führen mitunter zu Problemen, die eine Gratwanderung erfordert. Das Verwackeln aus der Hand läßt sich zwar durch Auflage der Kamera auf eine stabile Fläche vermeiden, ungewollte Bewegungsunschärfe des Models bleibt jedoch als negatives Ergebnis bestehen, und erfordert einen besonderen Blick für die Situation, wenn man sie nicht gerade in die Bildstimmung einfließen lassen möchte. Weitere Schwierigkeiten, die auftreten können, sind ein hoher Kontrastumfang und durch unterschiedliche Lichtquellen mit verschiedenen Farbtemperaturen auftretendes Mischlicht.
Die Qualität der Ergebnisse, die man in der Available Light-Fotografie erzielen kann, hängt außer vom kreativen Talent auch von der vorhandenen Technik ab. Bei wenig verfügbarem Licht sind folgende Faktoren besonders wichtig: lichtstarke Objektive mit mindestens Blendenöffnung f/2.8 oder größer, die Möglichkeit hohe ISO-Werte ohne störende Einflüsse wie Helligkeits- und Farbrauschen einstellen zu können, sowie die Einstellungsmöglichkeit von mindestens Zeit- oder Blendenautomatik, besser aber komplett manuelle Zeit- und Blendenauswahl. Objektive mit Bildstabilisator oder der Einsatz eines Stativs vergrößern die Möglichkeiten für gute Ergebnisse bei der Available Light-Fotografie.

Blitztechnik (1)

Bewegungsunschärfe trotz Blitz

Es ist ein weit verbreiteter Anfängerfehler zu glauben, daß der Blitzeinsatz für scharfe Fotos sorgt. Der Blitz bringt im Automatik-Modus nur genügend Licht, damit die Kamera bei mittleren Werten für Zeit und Blende eine richtig belichtete Aufnahme macht. Mit 1/90s Belichtungszeit erzielt man selten Fotos ohne Bewegungsunschärfe.
Für Sportaufnahmen benötigt man eine sehr kurze Belichtungszeit, deshalb ist es sinnvoller die Blendenautomatik zu verwenden und die Zeit vorzugeben. Die Kamera stellt dann die Blende ein und der Blitz liefert das benötigte Licht dazu. Die kürzeste Blitzsynchronzeit, die man bei den meisten Spiegelreflex-Kameras einstellen kann, ist 1/200s manchmal sogar 1/250s. Diese kurze Belichtungszeit hilft schon wesentlich weiter, um Bewegungsunschärfe zu verhindern. Damit nun die Kamera noch eine vernünftige Blende wählt, sollte man eventuell den ISO-Wert erhöhen, denn bei z.B. Blende 1.8 hat man nur eine sehr geringe Schärfentiefe.
Bei vielen Sportarten bzw. Bewegungen reicht die 1/200s allerdings immer noch nicht aus, um Bewegungsunschärfe zu verhindern. Dazu benötigt man noch kürzere Zeiten. Diese Belichtungszeiten schafft die Kamera in Kombination mit einem Blitzgerät nur im FP-Modus, der sog. Kurzzeitsynchronisation. Die Funktion sollte also von Kamera und Blitz unterstützt werden. Das ist oft nur dann der Fall, wenn man die Blitzgeräte des Kamera-Herstellers verwendet. Dann ist gewährleistet, daß beide Einheiten aufeinander abgestimmt sind und richtig zusammenarbeiten.

Sportfotografie (2)

Belichtungsautomatik

Bei der Sportfotografie möchte man meistens eine bestimmte Aktion in der Bewegung einfrieren, deshalb benötigt man schnelle Verschlußzeiten. Da man selten gleichbleibende Lichverhältnisse vorfindet, kommt man manchmal nicht daran vorbei während der Veranstaltung die Belichtungseinstellung zu ändern.
Hier gibt es nun drei grundsätzliche Möglichkeiten:

  • Man wählt die Zeitautomatik AV, wenn man durch eine selbst eingestellte Blende einen bestimmten Effekt erzielen möchte, z.B. einen freigestellten Sportler (offene Blende = keine Blendenzahl). Dabei sollte man die ISO dann so anpassen, daß die Kamera-Automatik eine ausreichend kurze Verschlusszeit zum Einfrieren des Motivs berechnet.
  • Die Blendenautomatik TV kann die bessere Wahl sein, wenn Blende und damit eine Freistellung egal sind, dafür aber eine bestimmte Verschlusszeit als Gestaltungsmittel dienen soll. Möchte man von einem sich schnell bewegenden Motiv einen Mitzieher zu machen, bei dem alles Unbewegte verwischt sein soll, dann kann man eine relativ lange Verschlußzeit einstellen. Die Blende spielt hierbei keine große Rolle, da außer dem Hauptmotiv durch den Wischeffekt nichts weiter scharf abgebildet wird. Die Blende wird von der Kamera berechnet, bei wechselnden Lichtbedingungen können daher unterschiedliche Werte bei konstanter vorgegebener Verschlusszeit herauskommen.
  • Gibt es gleich bleibende Lichtbedingungen, z.B. bei künstlicher Beleuchtung in Sporthallen oder bei Flutlichtspielen, dann empfiehlt sich der manuelle Modus. Man ermttelt vor Spielbeginn die richtigen Einstellungen, und kann dann konstant belichtete Aufnahmen machen. Gibt es allerdings deutlich sichtbare Helligkeitsunterschiede auf dem Sportplatz oder in der Halle, zwischen denen das Spielgeschehen häufig wechselt, sollte man lieber auf eine der beiden Teilautomatiken (AV oder TV) wechseln.

Alle drei Modi eignen sich je nach Sportart, Bildidee und äußeren Bedingungen mehr oder weniger gut.

ISO-Einstellung

Moerser SC vs. SCC Berlin: vorne Martin Krystof (Berlin), dahinter Mark Dodds (Berlin)Die ISO-Zahl ist eine Einstellung, die man häufig anpaßt. Wenn man Bewegung einfrieren will, benötigt man eine bestimmte Verschlusszeit, die bei den meisten Sportarten 1/500s oder sogar noch kürzer sein sollte. Diese Zeiten zu erreichen ist selbst mit Blende 2.8 oder noch lichtstärker mit der niedrigsten Empfindlichkeit höchstens bei Sonnenschein möglich. Bewölkung oder gar künstliche Beleuchtung erfordern dagegen immer höhere ISO-Zahlen, um mit den entsprechenden Mindestvorgaben noch richtig belichtete Bilder zu erzeugen. Gerade kleinere Sporthallen und lokale Fußballplätze bieten meist eine unglaublich schlechte Beleuchtung. Wenig Licht kann man zum einen natürlich ausgleichen durch längere Verschlusszeiten, wodurch man aber Bewegung oft nicht mehr einfrieren kann. Eine andere Möglichkeit bietet der Einsatz lichtstarker Objektive, die durch ihre offenere Blende mehr Licht auf den Kamerasensor bringen und auch noch den oft gewünschten Nebeneffekt einer besseren Motivfreistellung bieten. Solche Objektive sind allerdings oft sehr teuer und schwer, außerdem benötigt man meistens eine Mindestschärfentiefe, um auch das ganze Motiv scharf abbilden zu können.
Es ist bei schlechtem Licht also meistens notwendig, die ISO-Empfindlichkeit entsprechend zu erhöhen, was den Effekt des Bildrauschens allerdings ebenfalls vermehrt. Aktuelle Kameras haben aber mittlerweile auch bei hohen ISO-Zahlen eine hervorragende Bildqualität, so daß bei normalen Ausbelichtungen das Rauschen kaum störend wahrgenommen wird. Zum anderen gibt es entsprechende Software, mit der man die Bilder entrauschen kann.
Aus Angst vor Bildrauschen durch hohe ISO-Empfindlichkeit ist das Unterbelichten von Bildern ein beliebter Anfängerfehler. Dabei weist ein richtig belichtetes Bild mit ISO 1600 immer noch weniger Bildrauschen auf als ein zwei Blenden unterbelichtetes Bild mit ISO 400, das dann durch Bildbearbeitung wieder um die verlorenen zwei Blenden korrigiert werden muß.