Fotografieren in dunklen Sporthallen

Heute abend steht Handball in Dormagen auf dem Programm. Wie bereits in früheren Beiträgen erwähnt, ist das Fotografieren in Sporthallen schon eine besondere Herausforderung für die Foto-Ausrüstung (und den Fotografen ;-)). Die Lichtverhältnisse sind im Regelfall so schlecht, daß man beim ersten Mal alle Hände voll zu tun hat, die geeigneten Einstellungen für die Belichtungswerte zu finden.
Das TSV-Sportcenter in dem der DHC Rheinland in der 1.Handabll-Bundesliga spielt, ist so ein Problemfall. Ich verwende dort das 85mm/f1.8 Canon-Objektiv bei Blende 2.0 mit einer Belichtungszeit von 1/640s und ISO 1250. Das Rauschverhalten meiner Kamera (Canon 1D Mark IIN) ist bei diesem Wert schon deutlich spürbar, und ich komme nicht daran vorbei, die Bilder nachträglich per Software zu entrauschen. Dazu benutze ich ein Photoshop-Plugin von Noiseware. Trotz dieser Belichtungswerte habe ich im Regelfall aber immer noch teilweise bis zu einer Blende unterbelichtete Bilder. Außerdem ergibt die große Blende eine sehr geringe Schärfentiefe. Da kann es durchaus passieren, daß z.B. das Gesicht des Spielers scharf ist, aber die Hand, die zum Wurf ausholt, hinterm Spieler in Unschärfe verschwindet.
Unter diesen Voraussetzungen dürfte klar sein, daß der Ausschuß bei den Bildern um einiges höher ist als unter Tageslicht-Bedingungen. Die Bildbearbeitung nimmt auch etwas mehr Zeit in Anspruch, da auf jedes Bild zusätzlich der Entrauschen-Filter anzuwenden ist. In solchen Hallen zu fotografieren macht mir keinen Spaß, hier merkt man endgültig, daß Sportfotografie kein Vergnügen ist, sondern tatsächlich Arbeit.
Neuere Kamera-Modelle liefern mittlerweile bis ISO 3200 gute, fast rauschfreie Bilder, dadurch gewinnt man denn fast eine Blende, so daß man zum einen mit einem 2.8er-Objektiv wieder in akzeptable Bereiche der Schärfentiefe gelangt, und zum anderen mit einem Zoom wie dem 70-200 Objektiv auch bei der Wahl des Bildausschnitts mehr Möglichkeiten hat.

Verwandte Beiträge