Bildstabilisator und Sportfotografie

Mittlerweile ist bereits schon in vielen Kompaktkameras der mittleren Preisklasse ein Bildstabilisator eingebaut. Dabei handelt es sich aber im Regelfall nur um eine Software, die versucht eine Bewegungsunschärfe aus dem Bild herauszurechnen.
Einen mechanischen Bildstabilisator, der versucht den Vibrationen der Linse entgegen zu wirken, findet man meistens nur in den teuren Objektiven für Spiegelreflexkameras. Die Linsenelemente werden dabei entgegen der Objektiv-Bewegung verschoben, so daß eine Motivverschiebung auf dem Sensor reduziert wird. Die Hersteller versprechen eine zwei- bis dreifache Verlängerung der Belichtungszeit bei gleicher ISO- und Blendeneinstellung. Das ist zwar nützlich bei schlechten Lichtverhältnissen und bei der Aufnahme von ruhenden Motiven, aber in der Sportfotografie ist der Einsatz eines Bildstabilisators wenig sinnvoll.
Meistens benötigt man sehr kurze Belichtungszeiten, um die Bewegung der Sportler einzufrieren. In solchen Fällen ist damit auch automatisch die Verwacklungsgefahr gebannt, vor allem wenn man die Faustformel betrachtet. Demnach gilt, die längste Zeit, die noch verwacklungsfrei aus der Hand zu halten ist, ist 1/Brennweite s. Bei z.B. 300 mm Brennweite wäre das 1/300 s. Es hängt zwar auch noch ein wenig von der Entfernung zum Motiv ab, aber bei Laufbewegungen wie z.B. bei Ballsportarten verwendet man mindestens 1/500 s eher noch kürzer. Außerdem wird man bei größeren Brennweiten zusätzlich ein Einbahnstativ einsetzen, was ebenfalls der Verwacklungsunschärfe entgegenwirkt
Abgesehen von den sowieso benötigten kurzen Belichtungszeiten, kann sich auch noch eine merkbare Auslöseverzögerung ergeben. Das ist ein weiterer Grund, um bei der schnellen Sportfotografie auf den Einsatz des Bildstabilisators zu verzichten.

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