Lichtbildwerke und Lichtbilder

Als Lichtbildwerke sind Lichtbilder geschützt, bei denen der Urheber durch den gezielten Einsatz eines oder mehrerer Ausdrucksmittel das Bildresultat beeinflußt und prägt, daß eine persönliche und geistige Schöpfung vorliegt. Maßgeblich ist die Prägung durch die Individualität ihres Urhebers, etwa durch die Auswahl des Motivs, der Perspektive oder des richtigen Moments bei Bewegungsvorgängen und Portraits. Dabei zeichnen sich Lichtbildwerke z.B. dadurch aus, daß sie über die gegenständliche Abbildung hinaus eine Stimmung besonders einfangen.
Ob eine bestimmte Fotografie ein Lichtbildwerk darstellt oder nicht, liegt schließlich im Auge des Betrachters. Lichtbilder stellen den Rest aller anderen Fotografien dar. Im Rechtsalltag spielt die Unterscheidung zwischen einem Lichtbildwerk und einem Lichtbild kaum eine Rolle, weil Lichtbilder in entsprechender Anwendung der für Lichtbildwerke geltenden Vorschriften geschützt sind. Damit genießt selbst jedes „Knipsbild“ den Schutz des Urheberrechtsgesetz.
Der Urheberrechtsschutz entsteht mit der Schaffung einer Fotografie selbst, er muß nicht beantragt werden. Jeder Urheber hat ein Recht darauf, daß er bei der Veröffentlichung eines Fotos, und das gilt auch bei Werbeanzeigen, namentlich genannt wird. Die Schutzdauer beträgt bei Lichtbildwerken 70 Jahre nach Tod des Urhebers, bei Lichtbildern sind es 50 Jahre nach der ersten Veröffentlichung.

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