Allgemeine Tips (2)

schlechte Fotos sofort löschen

Egal ob im Studio bei Porträt-Aufnahmen oder draußen bei der Foto-Tour durch die Landschaft, zwischendurch sollte man immer wieder die schlechten Fotos sofort in der Kamera löschen. Alles was deutlich über- oder unterbelichtet ist, Bilder die unscharf sind oder bei denen das Motiv schlecht dargestellt ist, braucht man nicht mit nach Hause zu nehmen. Das spart zum Einen Platz auf der Speicherkarte, und zum Anderen später Zeit bei der Bilder-Auswahl. Außerdem hat es den psychologischen Effekt, daß man nur mit den guten Fotos nach Hause kommt, und man sich dann über die gelungenen Ergebnisse freut. 😉

Spitzlichterwarnung einschalten

Durch die Spitzlichterwarnung werden die überbelichteten Stellen im Bild sichtbar. Diese hellen Stellen enthalten keine Details mehr. In diesem Fall sollte man die Belichtungskorrektur verwenden und die Aufnahme solange wiederholen bis es paßt. Es gibt allerdings Motive, bei denen kann man Spitzlichter kaum verhindern, z.B. Reflexionen der Sonne auf einem Auto. Bei anderen Motiven sollte man Spitzlichter oder Glanzflecken allerdings soweit wie möglich vermeiden, z.B. bei Porträts auf der Stirn oder dem Nasenrücken einer Person.

Über- oder Unterbelichten / Belichtungsreihen

In vielen Foren wird immer wieder diskutiert, ob man bei der Digitalfotografie in schwierigen Lichtsituationen besser ein wenig unterbelichten sollte. Nun, das erste Ziel sollte sein, grundsätzlich die Bilder korrekt zu belichten, d.h., noch Zeichnung in Tiefen wie auch Lichtern zu haben. Sollte das aus welchen Gründen auch immer nicht möglich sein, sollte man eher die leichte Überbelichtung wählen. Ein Verlust in den Details der hellen Bereiche ist eher zu verschmerzen, als wenn man die möglichen Störungen (z.B. Rauschen) in den dunklen Bereichen beim Aufhellen noch verstärkt.
In schwierigen Lichsituationen sollte man daher eher im RAW-Format fotografieren, dann erreicht man im nachhinein mit einer Belichtungskorrektur bessere Ergebnisse als mit dem komprimierten JPG-Format.
Eine weitere Möglichkeit korrekte Belichtungen zu erhalten, ist die Belichtungsreihe. Im Regelfall bieten die Kameras ein Reihe von drei Aufnahmen an. Eine der Belichtungsmessung entsprechend korrekte Aufnahme, eine unter- und eine überbelichtete Aufnahme. Die Abweichung der Belichtung kann meistens eingestellt werden, z.B. jeweils eine Blende in jede Richtung abweichend oder auch nur eine Drittelblende, so daß man entsprechend den Lichtverhältnissen reagieren kann. Man hat also die Möglichkeit von einer leichten Belichtungskorrektur bis hin zu extrem Werten von zwei oder mehr Blendenstufen eine Belichtungsreihe aufzunehmen.

Weißabgleich

Fotografiert man im RAW-Format braucht man sich um den Weißabgleich keine Gedanken machen. Man behält die Auto-Einstellung bei, da man später in der RAW-Konverter-Software den Weißabgleich korrigieren kann.
Nutzt man allerdings das JPEG-Format, sollte man annähernd den passenden Weißabgleich zum Umgebungslicht wählen, den sonst erhält man Aufnahmen mit einem deutlichen Gelb- oder Blau-Stich je nach Lichtverhältnisse. Und eine Korrektur in diesem Format erfordert mehr Zeit und eine gute Bildbearbeitungssoftware.

Experimentieren

In Zeiten der Analog-Fotografie war es noch kostenintensiv sehr viele Aufnahmen zu machen. Filme, Entwicklung und Ausbelichtungen waren teuer im Vergleich zur Digitaltechnik von heute. Sicherlich kostet die Erstausstattung, was Speicherkarten und vor allem den Computer betrifft, zunächst einiges mehr, aber danach spielt es keine Rolle mehr, ob man zehn Aufnahmen von einem Motiv macht oder hundert. Und dadurch kann man es sich leisten zu experimentieren, und verschiedene Perspektiven, unterschiedliche Belichtungen und gewagte Bildauschnitte probieren. Ein Vorgehen, das früher nur den Profis vorbehalten war, jetzt kann auch der Amateur-Fotograf seine kreative Ader ausleben, und das Fotografieren richtig auskosten. 🙂

Literaturempfehlung:
Hedgecoe, John: Fotografieren. Die neue große Fotoschule. Dorling Kindersley Verlag, aktual. Auflage Aug. 2008. ISBN 978-3831013111

Linkempfehlung:
Online-Lehrgang von Tom Striewisch

Verwandte Beiträge