Kaufberatung (1)

Es wird immer wieder die Frage gestellt, „welche Kamera soll ich mir kaufen, welche Ausrüstung brauche ich“. 🙂 Eine passende Antwort hierauf zu finden ist nicht einfach, denn die Foto-Ausrüstung ist nur ein Werkzeug. Und jenachdem was man machen möchte, wählt man das entsprechende Werkzeug aus. Wer sein „Handwerk“ allerdings nicht beherrscht, der wird weder mit einer 100-Euro-Kamera gute Bilder machen noch mit einer Ausrüstung für mehrere 10.000 Euro. 😉 Gerade als Anfänger sollte man sich vorab mit den Grundlagen der Fotografie vertraut machen. Wer nichts weiß über das Zusammenspiel von Blende, Belichtungszeit und Brennweite, der wird es schwer haben, mit einer Spiegelreflex-Kamera zurecht zu kommen. Möchte man nur mal zwischendurch ein paar Erinnerungsfotos schießen (z.B. im Urlaub oder bei einer Familienfeier), dann ist man mit einer Kompakt- oder Bridgekamera bestens bedient. Aber auch hier gilt wie beim Kauf einer teueren Ausrüstung, in den Laden gehen und ausprobieren. Nur dann sieht man, wie groß die Kamera tatsächlich ist, wie schwer sie ist, ob sie gut in der Hand liegt, ob man alle notwendigen Bedienelemente während des Gebrauchs erreicht usw., außerdem kann man im Geschäft oft noch über den Preis verhandeln. Denn im Regelfall kauft man nicht nur die Kamera, sondern gleich noch wichtiges Zubehör hinzu (z.B. Tasche, größere Speicherkarte und Ersatzakku). 😉

Basierend auf dem Beitrag von User Scorpio im DSLR-Forum habe ich hier versucht die wichtigsten Punkte für eine Kaufentscheidung zusammenzutragen:

Wer schon einmal über den Kauf einer Digitalkamera nachgedacht hat, wird schnell festgestellt haben, daß es eine große Zahl an Möglichkeiten und Optionen gibt und die Auswahl fast unüberschaubar ist.
Ein Grund, warum es so viele Modelle gibt, ist die Anzahl von Herstellern die von diesem Markt profitieren wollen. Die Anbieter versuchen für ganz bestimmte Zielgruppen mit entsprechenden Anforderungen Kameras anzubieten. Auch wenn das bedeutet, daß man nun aus einer großen Zahl an Modellen auswählen muß, so bedeutet es aber auch, daß man ganz gezielt das Modell finden kann, welches den eigenen Anforderungen am besten entspricht. 🙂

Gehen wir einmal die Aspekte durch, die man betrachten sollte, um aus den Hunderten von verschiedenen Kameramodellen den persönlichen Favoriten zu finden.

Erste Überlegungen

Es gibt sicherlich nur einen grundlegenden Unterschied zwischen einer Digitalkamera und einer Filmkamera: eine Digitalkamera hat einen Siliziumchip anstatt eines Stücks Film auf der Schärfeebene, um das Bild festzuhalten.
Digitalkameras gibt es zwar in vielen Erscheinungsformen (als Kompakt- und Spiegelreflex-Kamera oder sogar im Mobiltelefon), letztendlich macht aber nur der Sensor den dramatischen Unterschied in der Technologie aus. Da sich die optische Physik nicht verändert hat, sind die fotografischen Techniken, ob nun digital oder analog, immer noch dieselben.

Wenn man eine Filmkamera kauft, braucht man sich um die Bildqualität vorerst nicht zu sorgen, denn diese wird schließlich von der Wahl des benutzten Filmes abhängen. Also wird man beim Kauf einer Filmkamera sein Augenmerk auf Ausstattung, Aussehen, Handhabung, Verfügbarkeit von Optiken und Zubehöre legen. Erst später bei der Filmauswahl kommt die Bildqualität ins Spiel. Bei der Auswahl einer Digitalkamera muß man alle diese Punkte von Anfang an berücksichtigen.
Mittlerweile ist die Bildqualität heutiger Digitalkameras durchweg sehr gut. Die Technik früherer High-End-Kameras wurde auf untere Preis-Kategorien übertragen, so daß man beim Kauf einer Kamera eines namhaften Herstellers im Regelfall gut bedient wird.

Bevor man einkaufen geht, sollte man auch folgendes bedenken und akzeptieren: Genauso wie bei Computern wird das heute gekaufte Kameramodell sehr wahrscheinlich innerhalb eines Jahres von einem verbesserten Nachfolgemodell abgelöst. 🙁
Vor einigen Jahren, als ein Technikfortschritt noch der von 1 auf 2 Megapixel war, ist es durchaus sinnvoll gewesen, auf ein solches Nachfolgemodell zu warten. Heute ist ein Generationensprung in einer Modellreihe nicht mehr so dramatisch und betrifft meist nur wenige und vor allem kleine Verbesserungen. Eventuell wurde vielleicht das Design verändert oder einige Funktionen sind hinzugekommen, die betreffen aber die Bildqualität in den allerwenigsten Fällen.
Manchmal bedeutet ein neues Modell sogar einen Rückschritt gegenüber dem Vorgänger!
Wegen der im Allgemeinen hohen Qualität der gegenwärtigen Technologie kann man seine Bedenken gegen ein Veralten eindämmen, indem man eine Kamera mit den Eigenschaften auswählt, die für die Art der eigenen Fotografie am besten geeignet ist und die Ausgabequalität liefert, die man benötigt.

Preisrahmen festlegen

Eine Kamera auszuwählen ist im Grunde der Prozess einer Filterung der vorhandenen Modelle bis hinunter zu einem individuellen Ergebnis.
Ob man nun eine kleine kompakte Digitalkamera oder eine professionelle Spiegelreflexkamera kaufen möchte, der erste Schritt bei der Entscheidungsfindung ist immer die Festlegung eines Preisrahmens. Danach ist es dann das Ziel, die beste Kamera in dieser Preiskategorie zu finden.
„Die Beste“ sollte durch die Anforderungen definiert werden, die man entsprechend seinen fotografischen Bedürfnissen priorisiert. Wenn man große hochauflösende Drucke erstellen möchte, sollte man eine hochauflösende Kamera wählen. Wenn man maximale Flexibilität wünscht, sollte man nach einer digitalen Spiegelreflexkamera Ausschau halten. Wenn kleine Größe und geringes Gewicht sowie maximale Mobilität und Mitnahmefähigkeit gewünscht sind, wird eine Kompaktkamera „die Beste“ sein.

Diese ersten Schritte in der Entscheidungsfindung grenzen nicht nur die Auswahl ein, sie bewahren auch vor schlaflosen Nächten, in denen man sich fragt, ob man die richtige Wahl getroffen hat. Wenn man erkannt hat, daß „die Beste“ kein absolutes Merkmal ist, wird man auch nicht besonders enttäuscht sein, wenn ein Nachfolgemodell neue Funktionen bietet, die man vielleicht gar nicht für die eigene Art der Fotografie benötigt.

Kompakt- oder Spiegelreflex-Kamera?

Man kann Kameras in viele verschiedene Kategorien einteilen: Professionell, Amateur, Einsteigerklasse, groß, klein, teuer, preiswert, usw. Die wichtigste Unterscheidung für eine seriöse Auswahl ist aber zunächst: Kompakt- oder Spiegelreflex-Kamera?

„Kompaktkamera“ bedeutet für viele „minderwertige Qualität“. Dies ist ein weitverbreitetes Vorurteil, denn auch Kompaktkameras besitzen zum Teil hochwertige Optiken und produzieren erstklassige Bildqualität.
Kompaktkameras folgen grundsätzlichen Design-Richtlinien. Sie sind meist von relativ rechteckiger Form und besitzen ein ausfahrendes Zoom-Objektiv. Alle Kompaktkameras besitzen ein LC-Display und bei vielen ist dies gleichzeitig der einzige Sucher.
Es gibt Modelle, die einfach und unkompliziert zu bedienen sind, ohne große Eingriffsmöglichkeiten des Benutzers, und es gibt solche, die dem Fotografen eine Vielfalt von Möglichkeiten bieten, die Aufnahme zu beeinflussen.
Kompaktkameras sind in der Regel sehr leise, was vorteilhaft ist, wenn man an Orten fotografiert, an denen ein lautes Verschlussgeräusch eher stört.
Viele Kompaktkameras haben zum Teil außergewöhnliche Designs, wie z.B. schwenkbare Sucher. Hilfreich ist dies, wenn in Situationen fotografiert werden soll, bei denen ein Blick durch den Sucher nicht möglich ist. Kompaktkameras haben oft sehr gute Makro-Fähigkeiten. Aufgrund der kleinen Brennweiten und geringen Maße der eingebauten Optiken ist es für die Hersteller einfacher, solche Makro-Fähigkeiten bereitzustellen. Spiegelreflexkameras erfordern hierzu spezielle und daher teure Objektive.

Spiegelreflexkameras unterscheiden sich von Kompaktkameras in einigen sehr relevanten Einzelheiten. Der Sucher blickt durch exakt dieselbe Optik wie die Kamera, dessen Sensor das Bild aufnimmt. Das bedeutet, daß das Sucherbild annähernd genau jenes ist, welches aufgenommen wird, inklusive aller Effekte, die z.B. durch Vorsatzfilter erzeug werden.
Fast alle Spiegelreflexkameras haben wechselbare Objektive. Dadurch kann man genau jenes Objektiv wählen, welches man für sein Vorhaben benötigt. Durch den Kauf von höherwertigen Objektiven kann man die erzeugte Bildqualität deutlich verbessern.
Aufgrund ihrer Größe sind die meisten digitalen Spiegelreflexkameras mit einem deutlich größeren Sensor ausgestattet als Kompaktkameras. Ein größerer Sensor bedeutet in der Regel auch höhere Bildqualität. Der Grund dafür liegt in den größeren individuellen Sensorzellen (Pixel). Größere Pixel erzeugen weniger Rauschen, so dass Spiegelreflexkameras bei wenig Licht bessere Resultate erzielen als Kompaktkameras.
Spiegelreflexkameras besitzen zum Teil auch die höherwertigen Ausstattungsmerkmale wie spritzwassergeschützte Gehäuse, schnellere Bildfolgen, höhere ISO-Einstellungen und einen Blitzschuh für ein externes Blitzgerät.
Im kreativen Sinne der Bildgestaltung besitzen Spiegelreflexkameras die größeren Möglichkeiten, durch geringere Schärfentiefe das Bild zu gestalten.

Quelle: Beitrag im DSLR-Forum von User Scorpio

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